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Patrice Tiko · 09.06.2026

AESH-Mobilisierung für bessere Arbeitsbedingungen und Anerkennung

Paris – 09.06.2026: Am heutigen Dienstag sind in ganz Frankreich die Accompagnants des Élèves en Situation de Handicap (AESH) auf die Straße gegangen, um bessere Arbeitsbedingungen und die Anerkennung ihres Berufs als Beamte zu fordern. Die AESH übernehmen eine wichtige Aufgabe in der inklusiven Bildung, indem sie Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen im schulischen Alltag begleiten und unterstützen.

Derzeit sind viele AESH in Teilzeitbeschäftigung mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von etwa 850 Euro tätig. Diese finanzielle Unterdotierung führt nicht nur zu einer hohen Fluktuation, sondern erschwert auch die langfristige Bindung qualifizierter Fachkräfte. Darüber hinaus sind die Arbeitszeiten häufig unregelmäßig, was die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zusätzlich beeinträchtigt.

Im Januar 2026 lehnte der Senat einen Gesetzesentwurf ab, der den AESH einen Beamtenstatus verschaffen sollte. Die Mehrheit der Senatoren argumentierte, ein solcher Status sei derzeit nicht umsetzbar. Diese Entscheidung stieß auf scharfe Kritik seitens der Betroffenen sowie der sie unterstützenden Gewerkschaften und Elternverbände, die sich seit Langem für eine stabile und gerechte Anerkennung der Arbeit der AESH einsetzen.

Die heutige landesweite Demonstration ist Ausdruck dieses Protests. An der Kundgebung in Paris beteiligten sich zahlreiche AESH und ihre Unterstützer, die für eine bessere Bezahlung, feste Arbeitszeiten und vor allem einen Beamtenstatus kämpfen. Sie betonen, dass eine solche Anerkennung Voraussetzung für die Sicherung der Qualität der inklusiven Bildung sei. Ohne angemessene Rahmenbedingungen sei es kaum möglich, eine dauerhafte und verlässliche Betreuung der Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen zu gewährleisten.

Die Bedeutung der AESH für das französische Bildungssystem ist unbestritten. Sie ermöglichen Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen die Teilnahme am regulären Unterricht und fördern so Inklusion und Chancengleichheit. Dennoch leiden die Begleiterinnen und Begleiter unter prekären Arbeitsverhältnissen, die ihrer wichtigen Arbeit nicht gerecht werden.

Die Mobilisierung vom 9. Juni bringt die Dringlichkeit zum Ausdruck, mit der die Politik auf die Forderungen reagieren muss. Ob und wie die Regierung und das Parlament die Situation der AESH verbessern, wird in den kommenden Wochen genauer zu beobachten sein. Die Bewegung fordert konkret eine gesetzliche Verankerung des Beamtenstatus sowie eine deutliche Erhöhung der Gehälter, um die soziale Absicherung und die berufliche Würdigung der AESH zu gewährleisten.

Die öffentliche Debatte rund um die AESH zeigt, wie wichtig es ist, Inklusion nicht nur als pädagogisches Ziel, sondern auch als gesellschaftliche Aufgabe ernst zu nehmen. Die heutigen Proteste könnten ein Wendepunkt sein, um endlich nachhaltige Veränderungen für diese zentrale Berufsgruppe im Bildungssystem zu erreichen.

Quellen

  • Weka
  • SE-UNSA