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Jean-Paul Huber · 09.06.2026

Aurore Bergé kritisiert unzureichenden Schutz für Opfer sexueller Übergriffe

Paris – 09.06.2026: Aurore Bergé, Ministerin für die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie für die Bekämpfung von Diskriminierungen, äußerte sich am 9. Juni 2026 in der Sendung "Les 4 Vérités" auf France 2 zur unzureichenden Unterstützung von Opfern sexueller Übergriffe in Frankreich. Sie betonte, dass das bestehende System nicht ausreichend auf der Seite der Opfer stehe und dass dringende Maßnahmen erforderlich seien, um den Opfern besser zu helfen und die Täter konsequenter zu bestrafen.

Bergé hob hervor, dass trotz gesetzlicher Fortschritte die Realität für viele Opfer von sexuellen Übergriffen nach wie vor schwierig sei. Sie kritisierte die mangelnde Koordination zwischen den verschiedenen Institutionen und die unzureichende Sensibilisierung der Gesellschaft für dieses Problem. Ihrer Ansicht nach müsse die Justiz schneller und entschlossener handeln, um den Opfern gerecht zu werden und das Vertrauen in das Rechtssystem wiederherzustellen.

Die Ministerin kündigte an, dass die Regierung in Kürze einen umfassenden Plan vorstellen werde, der darauf abzielt, die Unterstützung für Opfer sexueller Übergriffe zu verbessern. Dieser Plan soll unter anderem die Ausbildung von Fachkräften, die Verbesserung der rechtlichen Verfahren und die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen für Hilfsorganisationen umfassen.

Bergé betonte auch die Bedeutung der Prävention und der Aufklärung, um das Bewusstsein für sexuelle Übergriffe zu schärfen und eine Kultur des Respekts zu fördern. Sie rief die Gesellschaft dazu auf, sich aktiv an der Bekämpfung von sexueller Gewalt zu beteiligen und Verantwortung zu übernehmen.

Abschließend unterstrich die Ministerin, dass die Bekämpfung von sexueller Gewalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die die Zusammenarbeit aller Akteure erfordere. Nur durch gemeinsame Anstrengungen könne ein Umfeld geschaffen werden, in dem Opfer geschützt und Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Aussagen von Aurore Bergé stoßen auf breite Zustimmung bei Frauenrechtsorganisationen und Opferschutzverbänden, die seit langem eine stärkere Unterstützung für Betroffene und eine konsequentere Strafverfolgung von Tätern fordern.

In den vergangenen Jahren hat Frankreich mehrere Gesetzesänderungen vorgenommen, um den Schutz von Opfern sexueller Übergriffe zu verbessern. Dennoch zeigen aktuelle Statistiken, dass die Dunkelziffer von nicht angezeigten Fällen nach wie vor hoch ist und dass viele Opfer weiterhin mit den Folgen von sexueller Gewalt allein gelassen werden.

Die geplanten Maßnahmen der Regierung werden daher mit Spannung erwartet, um zu prüfen, ob sie den tatsächlichen Bedürfnissen der Opfer gerecht werden und einen nachhaltigen Wandel im Umgang mit sexueller Gewalt in Frankreich bewirken können.

Quellen

  • France 2