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Nachrichten.fr · 12.06.2026

Abschied von Bernadette Chirac: Frankreich ehrt eine prägende Figur der Fünften Republik

Eine Woche nach ihrem Tod nimmt Frankreich Abschied von Bernadette Chirac. Die frühere Première dame, die am 5. Juni im Alter von 93 Jahren verstorben ist, wird zunächst in Paris beigesetzt. Anschließend folgen weitere Gedenkfeiern in der Corrèze, jener Region, die ihr politisches Leben über Jahrzehnte geprägt hat und mit der ihr Name untrennbar verbunden bleibt.

Trauerfeier in Paris mit prominenten Gästen

Die zentrale Trauerzeremonie findet in der Basilika Sainte-Clotilde im 7. Arrondissement von Paris statt. Der Ort besitzt für die Familie Chirac eine besondere symbolische Bedeutung. In der nahegelegenen Kapelle Sainte-Clotilde hatten Bernadette Chodron de Courcel und Jacques Chirac im Jahr 1956 geheiratet. Zudem wurde dort 2016 die Trauerfeier für ihre älteste Tochter Laurence abgehalten.

Zu den erwarteten Gästen zählen zahlreiche politische Weggefährten sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Unter ihnen befinden sich die ehemaligen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und François Hollande. Auch die Schauspielerin Line Renaud sowie Brigitte Macron werden erwartet. Letztere übernahm nach Bernadette Chirac die Präsidentschaft der Stiftung Fondation des Hôpitaux, mit der die Verstorbene über viele Jahre eng verbunden war.

Die Corrèze als politisches und persönliches Zentrum

Nach der Zeremonie in Paris richtet sich der Blick auf die Corrèze. Dort sind für das Wochenende weitere Gedenkveranstaltungen geplant. Eine religiöse Feier in der Gemeinde Corrèze wird von einer öffentlichen Ehrung im Domaine de Sédières begleitet. Die Familie möchte damit den Bewohnern der Region die Möglichkeit geben, persönlich Abschied zu nehmen.

Die Wahl dieses Ortes ist kein Zufall. Die Corrèze war über Jahrzehnte die politische Hochburg des Ehepaars Chirac. Während Jacques Chirac dort seine nationale Karriere aufbaute, entwickelte auch Bernadette Chirac eine eigenständige politische Identität und gewann großen Rückhalt in der Bevölkerung.

Mehr als die Frau an der Seite des Präsidenten

Obwohl sie in der öffentlichen Wahrnehmung oft als Ehefrau von Jacques Chirac gesehen wurde, hinterließ Bernadette Chirac ein eigenes politisches Vermächtnis. Mehr als drei Jahrzehnte lang war sie Generalrätin der Corrèze und damit eine Ausnahmeerscheinung unter den französischen Premières dames.

Besonders nachhaltig wirkte ihr Engagement für die Aktion „Pièces Jaunes“, mit der Spenden für Kinderkrankenhäuser gesammelt werden. Durch diese Initiative gewann sie weit über politische Lager hinweg Anerkennung und Popularität.

Mit den Trauerfeiern in Paris und der Corrèze endet ein Kapitel französischer Politikgeschichte. Bernadette Chirac verkörperte Loyalität, Beharrlichkeit und politischen Einfluss in einer Epoche, die eng mit dem Namen Chirac verbunden bleibt. Ihr Tod markiert den Abschied von einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Fünften Republik.

Autor: P. Tiko