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Daniel Ivers · 19.07.2026

Analysen bestätigen: In Mailhoc gefundene Knochen sind Delphine Aussaguel zuzuordnen

Mailhoc – 19.07.2026: Ein Feld im Norden des Départements Tarn ist zum Ort einer Gewissheit geworden, auf die Angehörige und Ermittler mehr als fünfeinhalb Jahre gewartet haben. Die Untersuchungen des Instituts für kriminaltechnische Forschung der französischen Gendarmerie haben bestätigt, dass die bei Mailhoc geborgenen Knochen Delphine Aussaguel zuzuordnen sind. Die 33-jährige Krankenpflegerin war in der Nacht zum 16. Dezember 2020 aus Cagnac-les-Mines verschwunden.

Gefunden wurden die Überreste am 16. Juli in einem landwirtschaftlich genutzten Gelände nahe der Straße nach Cordes-sur-Ciel. Der Fundort liegt rund zehn Kilometer vom früheren Wohnhaus des Ehepaars in Cagnac-les-Mines entfernt. Gendarmen hatten das Gelände nach Hinweisen von Cédric Jubillar durchsucht. Zunächst war von Knochen die Rede, deren menschliche Herkunft und Identität erst durch die Laborarbeit geklärt werden sollten.

Diese Arbeit ist nun in einem zentralen Punkt abgeschlossen. Die genetische Zuordnung beendet die Ungewissheit über die Identität der Toten, nicht jedoch die kriminalistische Aufarbeitung. Die Fachleute prüfen weiter, ob sich an den geborgenen Knochen Spuren finden, die Rückschlüsse auf Verletzungen, den Todeszeitpunkt oder die Umstände des Todes zulassen. Ob solche Fragen noch beantwortet werden können, ist offen.

Die Suchaktion hatte am 16. und 17. Juli zahlreiche Kräfte der Gendarmerie, die Forschungsabteilung von Toulouse, Spezialisten des Instituts und Hundestaffeln in die stille Landschaft zwischen Mailhoc und Villeneuve-sur-Vère geführt. Die Ermittler suchten nach weiteren Fragmenten und möglichen Gegenständen von Bedeutung für das Verfahren. Nach Abschluss dieser Arbeiten wurde der Einsatz am Feld zunächst beendet.

Cédric Jubillar war im Oktober 2025 vom Schwurgericht im Tarn wegen Mordes an Delphine Aussaguel zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das Verfahren befindet sich im Berufungszug. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Toulouse hatte er Anfang Juli 2026 seine Verantwortung für den Tod seiner Ehefrau eingeräumt und den Ermittlern Hinweise gegeben, wo er ihren Körper abgelegt habe.

Die neuen Befunde verändern die Beweislage, ersetzen aber nicht die weitere gerichtliche Prüfung. Aussagen eines Beschuldigten, die Ergebnisse der Spurensicherung und die Einschätzungen der Sachverständigen müssen im Verfahren zusammengeführt werden. Die Verteidigung hatte die Absicht, Delphine Aussaguel zu töten, bestritten und den Ablauf anders bewertet. Über die rechtlichen Folgen entscheidet allein das zuständige Gericht.

Für die Familie bedeutet die wissenschaftliche Bestätigung vor allem das Ende einer quälenden Frage. Sie gibt dem Verschwinden einen fassbaren, zugleich zutiefst schmerzhaften Abschluss. Der Fall, der Frankreich über Jahre beschäftigt hat, bleibt dennoch ein Strafverfahren: Die noch ausstehenden Expertisen sollen klären, was die Knochen über die letzten Stunden von Delphine Aussaguel erzählen können.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • TF1 Info