Zurück

NEWSDESK · 01.07.2026

Bei Staatsbesuch in Paris: Oman vergibt Milliardenaufträge an Suez und EDF

Paris – 01.07.2026: Der Staatsbesuch von Sultan Haitham bin Tariq in Paris hat eine Reihe umfangreicher Wirtschaftsabkommen zwischen Oman und Frankreich hervorgebracht. Am 29. Juni 2026 wurden im Beisein hochrangiger Delegationen Verträge mit den Konzernen Suez und EDF unterzeichnet, die die Zusammenarbeit beider Länder in den Bereichen Wasserwirtschaft und Energiewende vertiefen. Für Frankreich markieren die Zuschläge bedeutende Auslandsgeschäfte in einem dynamisch wachsenden Markt am Golf, für Oman sind sie Bausteine der eigenen Diversifizierungsstrategie.

Suez erhielt nach Unternehmensangaben einen Performance-Vertrag über rund 2 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Das Mandat umfasst Betrieb, Instandhaltung und Modernisierung der Wasser- und Abwassernetze in der Region Maskat sowie in den Gouvernements asch-Scharqiyya Nord und Süd. Versorgt werden sollen etwa 2,3 Millionen Menschen. Geplant sind Programme zur Reduktion von Wasserverlusten, zur Effizienzsteigerung in Entsalzungsanlagen und zur Modernisierung von Klärwerken. Der Auftrag gilt als einer der größten des Konzerns im Nahen Osten und stärkt dessen Position in der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Parallel wurde EDF ein Großprojekt im Bereich Stromspeicherung zugesprochen: Der Konzern soll eine Pumpspeicheranlage errichten, die an den bestehenden Wadi-Daysat-Damm angebunden wird. Laut Mitteilungen ist eine Speicherkapazität von bis zu 2 Gigawatt vorgesehen; der Auftragswert liegt bei etwa 3 Milliarden US‑Dollar. Pumpspeicherwerke gelten als Schlüsselbaustein für die Integration schwankender erneuerbarer Energien und tragen zur Netzstabilität bei, indem sie Strom zu Zeiten hoher Erzeugung in potenzielle Energie umwandeln und bei Bedarf wieder einspeisen.

Die Unterzeichnungen erfolgten im Protokollrahmen des Staatsbesuchs im Élysée. Solche Formate dienen häufig dazu, bereits verhandelte Industrieprojekte final zu besiegeln und politische Rückendeckung sicherzustellen. In Paris wird die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen mit Oman als Ergänzung zur diplomatischen Agenda gesehen, die auch Sicherheitsfragen in der Golfregion und Energiepartnerschaften umfasst. In Maskat wiederum fügen sich die Vorhaben in Pläne ein, die Wasserinfrastruktur robuster zu machen und den Anteil erneuerbarer Erzeugung schrittweise zu erhöhen.

Für die Umsetzung bleiben praktische Punkte zu klären, etwa lokale Wertschöpfungsanteile, Qualifizierung von Personal sowie die Feinsteuerung von Leistungskennzahlen und Wartungszyklen. Beide Projekte erfordern zudem eine enge Koordination mit den zuständigen omanischen Behörden und Netzbetreibern. Mit den nun geschlossenen Verträgen ist jedoch der Rahmen gesetzt, um innerhalb der kommenden Jahre Planung, Bau und Betrieb anzustoßen und messbare Fortschritte in Versorgungssicherheit und Energieflexibilität zu erzielen.

Quellen

  • SUEZ Pressemitteilung
  • AFP / Connaissance des Énergies
  • Le Dauphiné
  • Franceinfo Brief Eco
  • Zonebourse Zusammenfassung