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Jean-Paul Huber · 06.06.2026

Bernadette Chirac verstorben: Ein Leben im Dienst der Familie und des öffentlichen Wohls

Paris – 06.06.2026: Bernadette Chirac, Witwe des ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac, ist am 5. Juni 2026 im Alter von 93 Jahren verstorben. Ihre Tochter, Claude Chirac, bestätigte den Tod und berichtete, dass ihre Mutter friedlich im Kreise ihrer Familie entschlafen sei. Bernadette Chirac wurde am 18. Mai 1933 in Paris geboren und wuchs in einer wohlhabenden und adligen Familie auf. Nach ihrem Studium an der renommierten Sciences Po in den frühen 1950er Jahren lernte sie Jacques Chirac kennen, den sie 1956 heiratete. Gemeinsam begleiteten sie über sechs Jahrzehnten hinweg seinen politischen Aufstieg, der 1995 mit seiner Wahl zum Präsidenten der Republik gipfelte. Während ihrer Zeit als First Lady von 1995 bis 2007 prägte Bernadette Chirac das öffentliche Leben Frankreichs maßgeblich. Sie war bekannt für ihren starken Charakter, ihren scharfsinnigen Humor und ihre unerschütterliche Unterstützung für ihren Ehemann. Trotz ihrer Rolle im Hintergrund der politischen Bühne entwickelte sie eine eigene politische Präsenz, insbesondere in der Region Corrèze, wo sie von 1979 bis 2015 als Generalrätin tätig war. Ihr Engagement für das öffentliche Wohl zeigte sich auch in ihrer Arbeit mit der Fondation Hôpitaux de Paris-Hôpitaux de France, die sie leitete und die "Opération Pièces Jaunes" ins Leben rief, eine Initiative zur Unterstützung von Kinderkrankenhäusern. Diese Wohltätigkeitsarbeit wurde 2024 mit der Ernennung zum Offizier der Ehrenlegion gewürdigt. Bernadette Chirac war nicht nur für ihre Wohltätigkeitsarbeit bekannt, sondern auch für ihre markante Persönlichkeit. Sie scheute sich nicht, ihre Meinung zu äußern und trat oft selbstbewusst auf. In einem Interview mit der Zeitschrift "Elle" im Jahr 1979 kritisierte sie scharf eine Beraterin ihres Mannes und sagte: "Ihr Fehler war, nicht vorsichtig genug mit mir zu sein. Man kann nie zu vorsichtig mit Frauen sein." Trotz ihrer aristokratischen Herkunft und tiefen katholischen Überzeugungen distanzierte sie sich von klischeehaften Stereotypen und betonte ihre Unabhängigkeit. Ihr Leben war von persönlichem Verlust geprägt, insbesondere durch den Tod ihrer ältesten Tochter Laurence im Jahr 2016, die jahrelang an chronischer Anorexie litt. Dieser Verlust hinterließ bei Bernadette Chirac tiefe Spuren, doch sie setzte ihre Arbeit mit unverminderter Energie fort. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2019 zog sie sich zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück, blieb jedoch bis 2018 in ihrer Rolle als Präsidentin der Stiftung aktiv. Präsident Emmanuel Macron würdigte Bernadette Chirac als "große Dame des Herzens", die "unserer Geschichte einen bleibenden Stempel aufgedrückt hat" und das Leben von Millionen von Patienten durch ihre Wohltätigkeitsarbeit verändert hat. Ihr Tod markiert das Ende einer Ära in der französischen Politik und Wohltätigkeitsarbeit.

Quellen

  • Le Monde
  • AP News
  • Euronews