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Jean-Paul Huber · 06.06.2026

Bernadette Chirac verstorben: Ein Rückblick auf ihr politisches Engagement und ihre Wohltätigkeitsarbeit

Paris – 06.06.2026: Bernadette Chirac, die Ehefrau des ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac, ist am 6. Juni 2026 im Alter von 93 Jahren verstorben. Dies bestätigte ihre Tochter Claude Chirac. Bernadette wurde am 18. Mai 1933 in Paris geboren. Sie entstammte einer aristokratischen Familie, studierte Politikwissenschaften an der renommierten Sciences Po und heiratete Jacques Chirac im Jahr 1956. Gemeinsam hatten sie zwei Töchter, Laurence (1958–2016) und Claude (geboren 1962).

Bernadette Chirac war über Jahrzehnte politisch aktiv, insbesondere in der Region Corrèze, einer traditionellen Hochburg ihrer Familie. 1971 wurde sie erstmals in den Gemeinderat von Sarran gewählt, einer Gemeinde in Corrèze, und übte dieses Amt bis 2020 aus. Zudem wurde sie 1979 als erste Frau in den Generalrat von Corrèze gewählt. Dort setzte sie sich mit Nachdruck für die Belange der Region ein und wurde mehrfach wiedergewählt. Ihr Einfluss auf die lokale Politik war erheblich und trug zur Entwicklung der ländlichen Region bei.

Parallel zu ihrem politischen Engagement engagierte sich Bernadette Chirac intensiv für soziale Projekte. 1994 übernahm sie die Leitung der "Fondation Hôpitaux de Paris-Hôpitaux de France". Unter ihrer Präsidentschaft organisierte die Stiftung die Spendenaktion "Pièces jaunes", die sich der Unterstützung kranker Kinder in französischen Krankenhäusern widmet. Die Stiftung gewann unter ihrer Federführung an enormer Bedeutung und finanzierte zahlreiche Projekte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung junger Patienten. 2007 übernahm sie zusätzlich die Präsidentschaft der "Fondation Claude-Pompidou", die sich ebenfalls für soziale Zwecke engagiert.

Als First Lady von Frankreich von 1995 bis 2007 hatte Bernadette Chirac eine wichtige öffentliche Rolle. Sie unterstützte die politische Karriere ihres Mannes und engagierte sich für zahlreiche soziale und kulturelle Initiativen. Bei offiziellen Anlässen war sie eine präsente Figur und setzte ihr Ansehen für wohltätige Anliegen ein.

Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2019 zog sich Bernadette Chirac schrittweise aus der Öffentlichkeit zurück. Ihre letzte nennenswerte öffentliche Präsenz hatte sie 2018, kurz vor ihrem Rückzug von der Führung der Fondation Hôpitaux de Paris-Hôpitaux de France im Jahr 2019. Ihr Lebenswerk ist durch ihr politisches Engagement, insbesondere in Corrèze, und ihr nachhaltiges Wirken im Wohlfahrtsbereich gekennzeichnet.

Bernadette Chirac hinterlässt ein bedeutendes Vermächtnis in der französischen Politik und der Wohltätigkeitsarbeit. Ihr Einsatz für Kinder in Krankenhäusern sowie ihr Beitrag zur lokalen Politik werden weiterhin geschätzt. Die Familie bittet um Respekt für die Privatsphäre in dieser schweren Zeit.

Quellen

  • Le Monde
  • Le Point
  • TF1 Info