Bordeaux – 01.06.2026: Die Stadt Bordeaux hat am 1. Juni 2026 offiziell eine private Schenkung von 53 Kunstobjekten aus sieben afrikanischen Ländern abgelehnt. Diese Entscheidung ermöglicht den direkten Rücktransport dieser Werke in ihre Herkunftsländer, insbesondere nach Gabun, das 33 Stücke der Sammlung zurückerhält.
Die Sammlung wurde von Marie-Thérèse Petit, einer ehemaligen Hebamme aus Bordeaux, die zwischen 1947 und 1982 in mehreren afrikanischen Ländern tätig war, zusammengetragen. Sie verstarb 2022 und hinterließ die Sammlung der Stadt. Die Objekte, darunter Kunstwerke und Schmuckstücke, wurden seitdem im Musée d'Aquitaine aufbewahrt und stammen aus Gabun, Nigeria, Niger, der Elfenbeinküste, der Demokratischen Republik Kongo, Burkina Faso und Togo.
Die Entscheidung der Stadt Bordeaux ist ein bedeutender Schritt im Kontext der aktuellen Diskussionen über die Rückgabe afrikanischer Kulturgüter, die während der Kolonialzeit nach Europa gelangten. Sie steht im Einklang mit der im Mai 2026 verabschiedeten französischen Gesetzgebung zur Rückgabe von Kulturgütern, die unrechtmäßig angeeignet wurden.
Die Rückgabe der 33 Objekte aus Gabun, die dem Volk der Tsogo zugeordnet sind, wird als historischer Moment für das Land betrachtet. Diese Werke sind von großer kultureller Bedeutung und werden im Musée national des Arts, Rites et Traditions in Libreville ausgestellt.
Die Entscheidung von Bordeaux, die Schenkung abzulehnen, ermöglicht es den betroffenen Staaten, direkt mit den französischen Behörden zusammenzuarbeiten, um die Rückgabe ihrer Kulturgüter zu koordinieren. Dies fördert die internationale Zusammenarbeit und den Dialog über die Rückgabe von Kulturgütern, die während der Kolonialzeit nach Europa gelangten.
Diese Entwicklung ist Teil eines umfassenderen Prozesses, bei dem mehrere afrikanische Länder die Rückgabe von Kulturgütern aus europäischen Museen fordern. Frankreich hat in den letzten Jahren mehrere Rückgaben durchgeführt, darunter die Rückgabe von 90 Objekten an Gabun im Januar 2024.
Die Entscheidung von Bordeaux, die Schenkung abzulehnen, wird als positives Beispiel für die Rückgabe von Kulturgütern betrachtet und könnte als Modell für andere europäische Städte dienen, die ähnliche Diskussionen führen. Sie unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Ländern und den französischen Behörden, um die Rückgabe von Kulturgütern zu ermöglichen.
Die Rückgabe dieser Objekte wird nicht nur als kultureller Gewinn für Gabun betrachtet, sondern auch als Schritt zur Heilung historischer Wunden und zur Förderung des kulturellen Austauschs zwischen Europa und Afrika. Sie symbolisiert die Anerkennung der Bedeutung des kulturellen Erbes der betroffenen Länder und die Verantwortung der ehemaligen Kolonialmächte, dieses Erbe zu respektieren und zurückzugeben.