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Daniel Ivers · 06.07.2026

Buttes-Chaumont-Fall: Prozess gegen Ehemann von Assia Matoug beginnt vor Pariser Schwurgericht

Paris – 06.07.2026: In Paris hat am Montag vor der Cour d'assises de Paris der Prozess gegen den Ehemann von Assia Matoug begonnen. Dem 54-Jährigen wird zur Last gelegt, seine 46-jährige Ehefrau getötet und den Körper anschließend zerstückelt zu haben. Der Fall hatte im Februar 2023 landesweit Entsetzen ausgelöst, als Mitarbeiter der Stadt im Parc des Buttes-Chaumont im 19. Arrondissement Körperteile fanden. Die Identität des Opfers wurde wenig später forensisch bestätigt.

Die Ermittlungen konzentrierten sich früh auf den Ehemann. Laut Polizeikreisen wiesen seine Aussagen in den ersten Vernehmungen Widersprüche auf. Er wurde in Gewahrsam genommen und später in Untersuchungshaft überstellt. Nach Gerichtsangaben ergab die Obduktion zahlreiche Hämatome und Verletzungen, die nach Einschätzung der Gerichtsmediziner auf massive Gewalt unmittelbar vor dem Tod hindeuten. Die Staatsanwaltschaft von Paris stuft das Verfahren als Tötung durch den Lebenspartner ein. Damit ordnet sich der Fall juristisch in die Debatte um Femizide ein, die in Frankreich seit Jahren mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wird.

Der Prozess ist für die Woche vom 6. bis 10. Juli angesetzt. Erwartet werden Aussagen von Spurensicherung, Gerichtsmedizin und Ermittlern sowie von Personen aus dem Umfeld des Opfers. Die Verteidigung hat angekündigt, die Beweisführung zur Todesursache und zum Tatablauf streng zu prüfen und rechtlich anzufechten. Vertreterinnen und Vertreter der Nebenklage verweisen auf die Schwere der vorgeworfenen Taten und fordern eine konsequente Ahndung. Ein Urteil wird nach Abschluss der Beweisaufnahme und der Plädoyers erwartet.

Der Fall reiht sich in eine Serie schwerer Gewaltdelikte gegen Frauen ein, die in Frankreich regelmäßig politische Maßnahmen und zivilgesellschaftliches Engagement anstoßen. Opferverbände verweisen auf bestehende Schutzinstrumente wie Schutzanordnungen, spezialisierte Anlaufstellen bei Polizei und Justiz sowie Notrufnummern, mahnen jedoch konsequente Anwendung und ausreichend Ressourcen an. Nach offiziellen Angaben verzeichnet Frankreich jährlich zahlreiche Tötungsdelikte in Partnerschaften; die Justiz betont, dass Gerichte solche Verfahren prioritär behandeln.

Die Verhandlung ist öffentlich, zugleich gelten strikte Schutzvorgaben für Angehörige und insbesondere für die Kinder der Getöteten. Persönliche Details werden von den Behörden nur zurückhaltend veröffentlicht. Die Justizbehörden verweisen darauf, dass für den Angeklagten die Unschuldsvermutung gilt, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt. Grundlage der Berichterstattung sind Mitteilungen des Parquet de Paris sowie übereinstimmende Berichte etablierter Medien, die den Prozessbeginn am 6. Juli 2026 bestätigen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Parisien
  • Le Dauphiné Libéré
  • RTL
  • TF1 Info
  • Parquet de Paris