Canet-en-Roussillon – 04.07.2026: Ein am Donnerstagnachmittag in Sainte-Marie-la-Mer ausgebrochenes Feuer hat sich mit stürmischer Tramontane rasch in Richtung Küste und Canet-en-Roussillon ausgebreitet. Die Flammen übersprangen den Fluss Têt, bedrohten Wohnwagen, Bungalows und technische Infrastrukturen und zwangen die Behörden zu umfassenden Evakuierungen entlang des Litorals.
Mehrere große Campingplätze – darunter Le Sainte‑Marie, Le Brasilia und Le Marina – wurden vorsorglich geräumt. Nach übereinstimmenden Medienangaben mussten zwischen 1.500 und 1.700 Menschen kurzfristig ihre Unterkünfte verlassen. Augenzeugen schilderten hastige Abfahrten mit wenigen Habseligkeiten. Erste Bestandsaufnahmen sprechen von zahlreichen zerstörten oder schwer beschädigten Mobilheimen und Bungalows; genaue Schadenssummen liegen noch nicht vor.
Auch der Hafen von Canet und angrenzende Werkstätten gerieten in den Gefahrenbereich. Im Industrieareal rund um den Werftbetrieb Catana kam es laut lokalen Berichten zu Beeinträchtigungen. Die Feuerwehr mobilisierte über Stunden zahlreiche Bodeneinheiten und Löschfahrzeuge; aus der Luft unterstützten Hubschrauber und Flugzeuge, um ein Überspringen auf weitere Gewerbeflächen und Wohngebiete zu verhindern. Rettungsdienste richteten Sammelpunkte ein, die Kommunen organisierten Notunterkünfte und Versorgung.
Am Morgen des 3. Juli meldete die Präfektur der Pyrénées-Orientales, der Brand sei fixiert. Die Einsatzkräfte blieben dennoch im Gelände, um Glutnester zu kühlen und ein Wiederaufflammen bei anhaltendem Wind zu verhindern. Straßen- und Uferbereiche wurden abschnittsweise wieder freigegeben. Für Bewohner und Urlauber gilt: Die Rückkehr in die betroffenen Anlagen erfolgt schrittweise und nur nach technischen Sicherheitsprüfungen. Betreiber und Gemeinden informieren über Zugang, Strom- und Wasserversorgung sowie die Abwicklung erster Hilfen.
Für anreisende Touristen stellen sich praktische Fragen zur Saison: Welche Plätze können kurzfristig wieder öffnen, wie sind Strände, Hafen und Wege gesichert, und wie wird mit materiellen Verlusten umgegangen? Nach Angaben aus Kommunen und Präfektur stehen vor allem Soforthilfen, Unterbringungslösungen und die Stabilisierung der Infrastruktur im Fokus. Versicherungen und Sachverständige beginnen mit Begutachtungen; Betroffene werden gebeten, Schäden zu dokumentieren und Kontakt zu ihren Anbietern aufzunehmen.
Der Vorfall reiht sich in eine Serie früher Sommerbrände an der französischen Mittelmeerküste ein, begünstigt durch trockene Vegetation, hohe Temperaturen und starke Küstenwinde. Behörden verweisen auf die Bedeutung präventiver Schritte wie Freihalten von Brandschneisen, Beschränkungen offener Flammen, angepasste Campingregeln und klar kommunizierte Evakuierungspläne. Für die kommenden Tage bleiben lokale Warnstufen und Zugangsbeschränkungen möglich, bis Wetter und Vegetationslage eine robuste Entwarnung erlauben.
Quellen
- franceinfo
- Le Parisien
- TF1info
- AFP via Boursedirect
- Präfektur Pyrénées-Orientales / lokale Medien