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Patrice Tiko · 22.06.2026

Charles Biétry fordert zügige Verabschiedung des Gesetzes zur Sterbehilfe

Paris – 22.06.2026: Charles Biétry, ehemaliger Sportchef von Canal+ und France Télévisions, der an der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) leidet, hat das französische Parlament aufgefordert, das Gesetz zur Sterbehilfe zügig zu verabschieden. In einem kürzlich veröffentlichten Podcast betonte Biétry die Dringlichkeit dieses Gesetzes, um schwerkranken Patienten die Möglichkeit zu geben, in Würde zu sterben. Er warnte davor, dass die Zeit für viele Patienten knapp sei und appellierte an die Abgeordneten, nicht zu viel Zeit mit politischen Debatten zu verlieren.

Biétry, der seit sechs Jahren an ALS leidet, äußerte sich bereits im März 2024 positiv über das von Präsident Emmanuel Macron angekündigte Gesetz zur Sterbehilfe. Er betonte, dass er ein würdevolles Ende wünsche und dass die Krankheit ihm bereits viele Fähigkeiten genommen habe. Das Gesetz, das unter strengen Bedingungen eine Sterbehilfe ermöglichen soll, wurde im Februar 2026 von der französischen Nationalversammlung in zweiter Lesung angenommen.

Im Mai 2026 wurde das Gesetz erneut im Senat diskutiert. Dabei wurde der zentrale Artikel, der den Recht auf Sterbehilfe definiert, mit 151 zu 118 Stimmen abgelehnt. Diese Entscheidung führte zu weiteren politischen Diskussionen und Verzögerungen im Gesetzgebungsprozess. Biétry kritisierte diese Verzögerungen und betonte die Notwendigkeit, den Patienten schnell zu helfen.

Die aktuelle Gesetzesvorlage sieht vor, dass Erwachsene mit schweren, unheilbaren Krankheiten, die sich in einem fortgeschrittenen oder terminalen Stadium befinden, unter bestimmten Bedingungen Zugang zur Sterbehilfe erhalten können. Die genauen Kriterien und Verfahren sind jedoch weiterhin Gegenstand politischer Debatten und könnten sich in zukünftigen Gesetzesänderungen ändern.

Biétry, der selbst die Entscheidung getroffen hat, in der Schweiz assistiert zu sterben, setzt sich seit langem für das Recht auf Sterbehilfe ein. Er betonte, dass die aktuelle Gesetzesvorlage ein erster Schritt in die richtige Richtung sei, aber weitere politische Unterstützung und schnelle Entscheidungen erforderlich seien, um den betroffenen Patienten zu helfen.

Die Diskussion um die Sterbehilfe bleibt in Frankreich ein kontroverses Thema. Während einige Politiker und Organisationen die Legalisierung unterstützen, gibt es auch starke Widerstände, insbesondere aus religiösen und konservativen Kreisen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu bestimmen, ob und in welcher Form das Gesetz zur Sterbehilfe in Kraft tritt.

Biétry appelliert an die politischen Entscheidungsträger, die Bedürfnisse der Patienten in den Vordergrund zu stellen und das Gesetz ohne weitere Verzögerungen zu verabschieden, um denjenigen zu helfen, die am meisten darauf angewiesen sind.

Quellen

  • FranceInfo
  • Le Quotidien du Médecin
  • Euronews