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Jean-Paul Huber · 05.06.2026

CIIVISE fordert sofortige Umsetzung ihrer Empfehlungen im Fall Lyhanna

Paris – 05.06.2026: Die Commission Indépendante sur l’Inceste et les Violences Sexuelles faites aux Enfants (CIIVISE) hat die französische Regierung aufgefordert, unverzüglich alle Konsequenzen aus dem Fall der vermissten Lyhanna zu ziehen und ihre Empfehlungen umzusetzen. In ihrem Bericht vom November 2023 hatte die CIIVISE unter anderem empfohlen, dass Beschwerden über sexuelle Gewalt an Minderjährigen vorrangig behandelt und die Opfer über den Fortgang der Ermittlungen informiert werden sollten. Diese Empfehlungen wurden jedoch bislang nicht vollständig umgesetzt.

Der Fall der 11-jährigen Lyhanna, die seit dem 29. Mai 2026 in Fleurance im Département Gers vermisst wird, hat die Diskussion über den Schutz von Kindern in Frankreich erneut entfacht. Am 1. Juni 2026 wurde ein 41-jähriger Mann, der Vater einer Freundin von Lyhanna, wegen "Entführung und Freiheitsberaubung einer minderjährigen Person unter 15 Jahren" in Untersuchungshaft genommen. Der Verdächtige, Jérôme B., hat bislang keine Angaben zur Sache gemacht.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die Frage, ob Jérôme B. in das Verschwinden von Lyhanna verwickelt ist. Trotz intensiver Suchaktionen, bei denen unter anderem 170 bis 180 Gendarmen sowie Hubschrauber und Drohnen eingesetzt wurden, bleibt das Mädchen weiterhin verschwunden. Die Behörden betonen die Dringlichkeit der Situation und warnen vor den Risiken, die mit der fortschreitenden Zeit verbunden sind.

In diesem Kontext hat die CIIVISE erneut die Bedeutung ihrer Empfehlungen unterstrichen. Sie fordert die Regierung auf, die Sicherheit von Kindern durch konkrete Maßnahmen zu gewährleisten und die Umsetzung der Empfehlungen ohne weitere Verzögerungen voranzutreiben. Die Kommission betont, dass die Opfer von sexueller Gewalt und Inzest ein Recht auf Information und Schutz haben und dass die Behörden ihrer Verantwortung nachkommen müssen.

Die französische Regierung steht nun unter Druck, schnell zu handeln und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um den Schutz von Kindern zu verbessern und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Institutionen wiederherzustellen. Die Umsetzung der Empfehlungen der CIIVISE könnte dabei einen entscheidenden Beitrag leisten.

Die Situation bleibt angespannt, und die Ermittlungen dauern an. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, Hinweise zu melden, die zur Aufklärung des Falls beitragen könnten. Gleichzeitig wird die Bedeutung einer umfassenden Reform des Kinderschutzsystems in Frankreich erneut betont, um zukünftige Fälle von Kindesmissbrauch und -entführung zu verhindern.

Die CIIVISE wird die Entwicklung der Situation weiterhin aufmerksam verfolgen und erwartet von der Regierung konkrete Schritte zur Verbesserung des Kinderschutzes in Frankreich.

Quellen

  • CIIVISE
  • Gérald Darmanin
  • Stéphanie Rist
  • Jérôme B.
  • Lyhanna