Paris – 14.07.2026: Noch vor Tagesanbruch stand fest, dass die Zuschauer am Pariser Prachtboulevard nicht einfach zu den Absperrungen gehen konnten. Wer das Militaerdefilee zum Nationalfeiertag auf den Champs-Elysees sehen wollte, musste einen personalisierten QR-Code und einen gueltigen Identitaetsnachweis vorlegen. Der Conseil d'Etat setzte die Zugangsvorgabe in der Nacht zum Dienstag wieder in Kraft.
Damit kassierte das oberste Verwaltungsgericht eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Paris vom 13. Juli 2026. Dieses hatte die Regelung nach einem Eilantrag des Vereins Vigie Liberte zunächst aufgehoben. Die Kehrtwende kam wenige Stunden vor Beginn der Zeremonie – zu einem Zeitpunkt, an dem Sicherheitskraefte, Besucher und Veranstalter bereits mit einem anderen Ablauf rechnen mussten.
Die QR-Code-Pflicht galt erstmals für das Publikum entlang der Champs-Elysees. Nach den zuvor veroeffentlichten Vorgaben mussten sich Besucher vorab registrieren und am Zugang neben dem Code auch ein Ausweisdokument zeigen. Betroffen war der Bereich zwischen Place Charles-de-Gaulle und Place Clemenceau. Für Menschen ohne vorherige Online-Anmeldung war eine Anlaufstelle zur nachtraeglichen Pruefung vorgesehen.
Der Conseil d'Etat begruendete sein Eingreifen nach Angaben aus dem Verfahren mit dem hohen oeffentlichen Interesse an der Sicherheit des Ereignisses. Dabei spielte auch der Schutz auslaendischer Staats- und Regierungschefs eine Rolle, die zum Defilee erwartet wurden. Der ukrainische Praesident Wolodymyr Selenskyj gehoerte nach den vorliegenden Informationen zu den angekuendigten Gaesten.
Der Vorsitzende von Vigie Liberte, Amine Elbahi, bestätigte die Entscheidung. Seine Organisation hatte gegen die namentliche Zugangskontrolle geklagt und will die juristische Auseinandersetzung fortsetzen. Die Praefektur der Polizei nahm die Entscheidung zur Kenntnis und verwies darauf, dass das Verfahren die Zugangskontrollen am Morgen ordnen und den Besucherstrom steuern solle.
Auf den Champs-Elysees traf damit das Sicherheitskonzept eines Staatsakts auf einen alten Pariser Reflex: Der 14. Juli ist nicht nur eine Zeremonie mit Tribuene und Militaerkolonnen, sondern auch ein Tag, an dem viele Menschen früh aufbrechen, um einfach dabei zu sein. Die neue Huerde bestand nicht in einer Eintrittskarte, wohl aber in Registrierung und Identitaetskontrolle.
Die Entscheidung aendert nichts daran, dass der rechtliche Streit weitergehen kann. Für den Morgen des 14. Juli aber galt die Anordnung des Conseil d'Etat unmittelbar. Besucher mussten sich an den Kontrollpunkten auf einen persoenlichen QR-Code, den Ausweisvergleich und mögliche Wartezeiten einstellen. Eine in letzter Minute veraenderte Regel bestimmte so den Zugang zu einer der sichtbarsten Feiern Frankreichs.
Quellen
- Conseil d'Etat
- TF1 Info mit AFP
- Anadolu Agency
- Ministere des Armees