Paris – 14.07.2026: Valeska Grisebachs neuer Spielfilm "Das geträumte Abenteuer" kommt am Mittwoch, 15.07.2026, in die französischen Kinos. Das in Bulgarien angesiedelte Drama hatte seine Premiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes und wurde dort 2026 mit dem Preis der Jury ausgezeichnet. Der französische Verleih Haut et Court bringt die deutsch-französisch-bulgarisch-österreichische Koproduktion landesweit heraus.
Im Mittelpunkt steht Veska, eine Archäologin in Svilengrad im Süden Bulgariens. Die Stadt liegt nahe den Grenzen zu Griechenland und zur Türkei. Veska trifft dort auf Said, einen Bekannten aus früheren Jahren, dessen Auto gestohlen wurde. Sie nimmt ihn zunächst zu ihrer Ausgrabungsstätte mit. Aus dieser Hilfe entwickelt sich jedoch eine Begegnung, die sie immer tiefer in die verdeckten kriminellen Strukturen der Grenzstadt führt.
Der Film trägt im Original den Titel "Das geträumte Abenteuer" und wurde von Grisebach inszeniert; das Drehbuch schrieb sie gemeinsam mit Lisa Bierwirth. Yana Radeva spielt Veska, Syuleyman Alilov Letifov übernimmt die Rolle des Said. Zur weiteren Besetzung gehören Stoicho Kostadinov, Nikolay Shekerdjiev, Denislava Yordanova und Tiana Georgieva. Die Laufzeit beträgt 167 Minuten.
Grisebach knüpft damit an "Western" an, ihren 2017 in Cannes gezeigten Film über deutsche Bauarbeiter in Bulgarien. Auch das neue Werk nutzt eine Grenzregion als Schauplatz und verbindet eine persönliche Geschichte mit Fragen nach Zugehörigkeit, Abhängigkeit und Gewalt. Anders als die im RSS-Kurztext genannte Darstellung handelt die Handlung nicht von drei Freunden aus Kindertagen, sondern von Veska und Said sowie dem Umfeld, in das beide geraten.
Die Produktion entstand mit Partnern aus Deutschland, Frankreich, Bulgarien und Österreich. Gedreht wurde vollständig in Bulgarien, überwiegend mit bulgarischer Besetzung und Filmcrew. Der Schauplatz Svilengrad gibt dem Film seine konkrete geografische Spannung: Die nahe gelegenen EU-Außengrenzen und Transitwege prägen die Atmosphäre einer Stadt, deren Alltag von legalen und illegalen Bewegungen gleichermaßen bestimmt wird.
Mit dem Kinostart erreicht ein Festivalfilm nun das reguläre Publikum in Frankreich. Die Auszeichnung in Cannes verschafft Grisebachs Werk besondere Aufmerksamkeit, während die lange Laufzeit und die konzentrierte Erzählweise eher ein kunstaffines Publikum ansprechen dürften. "Das geträumte Abenteuer" ist kein klassischer Western, greift aber dessen Motive von Macht, Fremdheit und unsicheren Bündnissen in einer zeitgenössischen europäischen Grenzlandschaft auf.
Quellen
- Festival de Cannes: Filmseite und Auszeichnung
- Festival de Cannes: Bericht zur Produktion
- GNCR: Kinostart und Besetzung
- Franceinfo-RSS: Themenhinweis