Zurück

Daniel Ivers · 09.06.2026

Dordogne: Rugbyspielerin nach rassistischer Beleidigung im Tarn-et-Garonne plant Anzeige

Dordogne – 09.06.2026: Am vergangenen Samstag, dem 6. Juni 2026, ereignete sich während eines Auswärtsspiels des US Bergerac Rugby Clubs im Tarn-et-Garonne ein Vorfall, der die Rugbygemeinschaft erschütterte. Eine Spielerin des Vereins wurde von einer Gegnerin mit der rassistischen Beleidigung "putain de noire" konfrontiert. Diese Beleidigung wurde von der betroffenen Spielerin gegenüber der regionalen Nachrichtenagentur ICI Périgord bestätigt.

Der Vorfall ereignete sich in der 70. Spielminute, als die Partie zwischen US Bergerac und dem Gastgeberteam aus dem Tarn-et-Garonne auf einem Höhepunkt der Intensität war. Nach einem regulären Spielzug soll die gegnerische Spielerin die Beleidigung geäußert haben. Die betroffene Spielerin, die anonym bleiben möchte, berichtete von der Situation und der darauf folgenden emotionalen Belastung.

In Reaktion auf die Beleidigung unterbrach der Schiedsrichter das Spiel für eine kurze Zeit, um die Situation zu klären. Da die Beleidigung nicht von den Schiedsrichtern direkt gehört wurde, konnte keine sofortige Sanktion gegen die verantwortliche Spielerin verhängt werden. Die betroffene Spielerin entschied sich jedoch, den Vorfall öffentlich zu machen und kündigte an, eine formelle Anzeige bei den zuständigen Behörden zu erstatten.

Der US Bergerac Rugby Club verurteilte die rassistische Beleidigung in aller Schärfe und betonte in einer Stellungnahme, dass solche Vorfälle keinen Platz im Rugby und in der Gesellschaft hätten. Der Verein sicherte der betroffenen Spielerin volle Unterstützung zu und betonte die Bedeutung von Respekt und Fairness auf und neben dem Spielfeld.

Die französische Rugby-Föderation (FFR) wurde über den Vorfall informiert und leitete eine Untersuchung ein. Ziel ist es, den Vorfall gründlich zu prüfen und gegebenenfalls disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen. Die FFR betonte, dass Rassismus im Rugby keinen Platz habe und solche Vorfälle mit der gebotenen Ernsthaftigkeit behandelt würden.

Dieser Vorfall reiht sich in eine Reihe ähnlicher Ereignisse im französischen Rugby ein. Bereits im Februar 2026 wurde ein Spieler des US Drancy Saint-Denis während eines Spiels gegen die Espoirs von Tyrosse mit rassistischen Beleidigungen konfrontiert. Zudem wurde im Dezember 2025 ein Spiel zwischen dem AS Eymet Rugby und dem Club von Biganos in der Gironde aufgrund rassistischer Beleidigungen von der Schiedsrichterin vorzeitig beendet.

Die Vorfälle werfen erneut Fragen zur Präsenz von Rassismus im französischen Rugby auf und unterstreichen die Notwendigkeit, solche Verhaltensweisen entschieden zu bekämpfen. Die betroffene Spielerin und der US Bergerac Rugby Club hoffen, dass durch die Anzeige ein klares Zeichen gegen Rassismus gesetzt wird und solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden können.

Quellen

  • ICI Périgord
  • US Bergerac Rugby Club
  • Französische Rugby-Föderation
  • US Drancy Saint-Denis
  • AS Eymet Rugby
  • Club von Biganos
  • Schiedsrichterin der Partie AS Eymet Rugby vs. Club von Biganos