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Daniel Ivers · 02.07.2026

Drei Tote bei mehreren Bergunfällen im Mont-Blanc-Massiv – PGHM verzeichnet zehn Einsätze an einem Tag

Chamonix – 02.07.2026: Der Peloton de Gendarmerie de Haute Montagne (PGHM) von Chamonix hat am Donnerstag, 2. Juli 2026, eine außergewöhnlich dichte Einsatzlage im Mont‑Blanc‑Massiv verzeichnet. Nach Behördenangaben starben drei Menschen bei getrennten Unfällen, insgesamt wurden zehn Rettungsoperationen geflogen oder am Boden durchgeführt. Die Fälle betrafen unterschiedliche Orte und Ursachen, was die Spannbreite der alpinen Risiken zu Beginn der Sommersaison unterstreicht.

Einer der tödlichen Vorfälle ereignete sich im Bereich des Brévent oberhalb von Chamonix. Ein 62‑jähriger Schweizer Paraglider stürzte nach ersten Erkenntnissen beim Start oder kurz darauf ab. Trotz rascher Alarmierung, Unterstützung aus der Luft und Wiederbelebungsversuchen wurde der Mann noch am Unfallort für tot erklärt. Die Ermittlungen zu Flugverlauf und Materialzustand laufen.

Ein weiterer Todesfall betrifft einen älteren Wanderer, der oberhalb des Skigebiets von Les Houches zusammenbrach. Begleiter leiteten sofort Reanimationsmaßnahmen ein, die von den alarmierten Rettungskräften fortgesetzt wurden. Der Mann konnte jedoch nicht stabilisiert werden. Die Justiz leitete die üblichen Untersuchungen zur Feststellung der genauen Todesursache ein.

Parallel dazu war das PGHM den ganzen Tag über mit Bergungen, medizinischen Evakuierungen und Suchaktionen befasst. Laut Einsatzkräften begünstigen derzeit sommerliche Bedingungen mit starken Temperaturunterschieden die Gefahrenlage: Steinschlag in felsigen Passagen, instabile Firn- und Schneebrücken in höheren Lagen sowie rasch wechselnde Windverhältnisse können auch routinierte Bergsportler überraschen. Zusätzlich steigt zu Ferienbeginn der Zustrom an Besucherinnen und Besuchern, was die Zahl der Zwischenfälle statistisch erhöht und die Rettungsmittel stark bindet.

Die Präfektur der Haute‑Savoie und die Gendarmerie empfehlen, Touren sorgfältig zu planen, aktuelle Wetter- und Lawineninformationen einzuholen und der Ausrüstung besondere Aufmerksamkeit zu widmen – inklusive Helm, ausreichender Kälte- und Sonnenschutzausrüstung sowie Reserven an Wasser. Bei Gletschertouren gilt eine dem Gelände angepasste Seilsicherung als unerlässlich; für weniger erfahrene Alpinisten wird die Begleitung durch staatlich geprüfte Bergführer angeraten. Startplätze für Gleitschirmflieger sollten nur bei stabilen Bedingungen genutzt werden, lokale Hinweise der Flugschulen sind zu beachten.

Die zuständigen Behörden behalten die Lage im Massiv genau im Blick. Namen und persönliche Angaben zu den Verstorbenen werden aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht veröffentlicht. Das PGHM koordiniert die weiteren Ermittlungen in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft. Die Abfolge der Einsätze am 2. Juli zeigt zugleich die hohe Belastung der Bergretter in der Hochsaison und die Bedeutung präventiver Maßnahmen, um vermeidbare Notlagen am Mont‑Blanc zu reduzieren.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Dauphiné Libéré
  • Gendarmerie nationale (PGHM)