Alès – 17.07.2026: Der Bürgermeister von Alès, Christophe Rivenq, ist nach dem Fund eines Drohbriefs an seinem Privathaus Ziel einer polizeilichen Untersuchung geworden. In dem Umschlag, der am Abend des 16. Juli im Briefkasten entdeckt wurde, lagen nach übereinstimmenden Berichten zwei Patronen des Kalibers neun Millimeter. Das Schreiben trug eine Signatur im Namen der Gruppe DZ Mafia.
Rivenq erklärte am Freitag, er werde sich durch die Einschüchterung nicht von seiner Aufgabe als Bürgermeister abbringen lassen. Der Vorgang richtet sich gegen einen gewählten Kommunalpolitiker und wird von den zuständigen Sicherheitsbehörden als besonders schwerwiegend behandelt. Hinweise auf die Urheber der Drohung wurden zunächst nicht öffentlich mitgeteilt.
Bereits zuvor waren an den Mauern des Wohnhauses des Bürgermeisters bedrohliche Schriftzüge entdeckt worden. Auch diese trugen nach Medienberichten einen Bezug zur DZ Mafia. Ob die Verfasser der Botschaften tatsächlich zu dieser kriminellen Organisation gehören, ist jedoch nicht belegt. Die verwendete Signatur ist zunächst Teil der laufenden Ermittlungen.
Die Ermittler prüfen den Brief, die Munition und die Beschriftungen auf Spuren. Die Untersuchung betrifft insbesondere den Verdacht einer Todesdrohung und einer Einschüchterung eines Mandatsträgers. Nach Angaben aus dem Umfeld der Behörden wurden Sicherheitsmaßnahmen in Alès verstärkt. Konkrete Details zum Schutz des Bürgermeisters oder seiner Familie blieben aus Sicherheitsgründen offen.
Innenminister Laurent Nuñez sicherte Christophe Rivenq nach Angaben lokaler Medien die Unterstützung des Staates zu. Mehrere Politiker und kommunale Vertreter verurteilten die Drohungen. Der Fall lenkt erneut Aufmerksamkeit auf den Schutz von Bürgermeistern und anderen gewählten Vertretern, die in Frankreich immer wieder Einschüchterungen, Sachbeschädigungen oder Gewaltandrohungen ausgesetzt sind.
Die DZ Mafia wird von französischen Ermittlungsbehörden als strukturierte kriminelle Gruppierung betrachtet, gegen die seit Jahren Verfahren wegen organisierter Kriminalität geführt werden. Die nationale Gendarmerie hatte im März 2026 über eine großangelegte Operation mit zahlreichen Festnahmen im Umfeld der Organisation berichtet. Ein Zusammenhang zwischen diesem Vorgehen und dem Fall in Alès ist nicht bekannt.
Christophe Rivenq steht seit 2025 an der Spitze der Stadt Alès und wurde im März 2026 im Amt bestätigt. Für die Ermittlungen ist nun entscheidend, ob sich die Herkunft des Umschlags und der Schriftzüge technisch nachvollziehen lässt. Bis zur Identifizierung möglicher Täter bleibt offen, wer hinter den Drohungen steckt und welches konkrete Motiv verfolgt wurde.
Quellen
- Franceinfo
- Le Journal du Dimanche
- Objectif Gard
- Nationale Gendarmerie