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NEWSDESK · 20.07.2026

Dürre zwingt Rinderhalter zu schweren Entscheidungen beim Futter

Frankreich – 20.07.2026: Die anhaltende Trockenheit verschärft die Lage vieler Rinderhalter. Nach mehreren Hitzephasen und zu wenig Niederschlag wachsen Weiden kaum noch nach. Damit fehlt Futter, das Betriebe normalerweise im Sommer für die Versorgung ihrer Tiere und für den kommenden Winter gewinnen. In besonders betroffenen Regionen prüfen einzelne Halter deshalb, einen Teil ihres Bestands abzugeben.

Die Entscheidung betrifft nicht allein die aktuelle Fütterung. Wenn das Gras auf den Wiesen ausbleibt, müssen Landwirte früher als geplant auf eingelagerte Vorräte zurückgreifen. Diese Reserven sind jedoch vor allem für Herbst und Winter vorgesehen. Wer sie bereits im Juli verbraucht, muss später zusätzliches Futter einkaufen oder den Tierbestand an die verfügbare Menge anpassen.

Die amtliche Agrarstatistik Agreste meldete am 16. Juli, dass das kumulierte Wachstum der Dauerwiesen bis zum 10. Juli landesweit 20 Prozent unter dem Vergleichswert der Jahre 1989 bis 2018 lag. Die anhaltende Hitze habe eine Erholung der Grasbestände verhindert. Bereits zum 30. Juni hatte Agreste eine deutliche Verschlechterung der Lage in weiten Teilen des Landes festgestellt.

Besonders schwierig ist die Situation für Betriebe, deren Kühe überwiegend mit Weidegras, Heu oder Silage aus eigener Produktion versorgt werden. Der Verkauf von Tieren kann kurzfristig den Futterbedarf senken, bedeutet aber zugleich einen dauerhaften Einschnitt für den Betrieb. Weniger Tiere verringern künftige Einnahmen aus Milch oder Fleisch und erschweren den späteren Wiederaufbau eines Bestands.

Auch die Wasserlage bleibt angespannt. Nach Angaben des nationalen Informationsdienstes Eaufrance lagen die Niederschläge im Juni 2026 rund 45 Prozent unter dem saisonalen Mittel. Am 9. Juli galten in 79 Departements über die niedrigste Warnstufe hinausgehende Einschränkungen für die Wassernutzung; in 40 Departements war die höchste Krisenstufe erreicht. Die trockenen Böden belasten damit zugleich Weiden, Futterpflanzen und Viehhaltung.

Das Landwirtschaftsministerium hatte Anfang Juli Unterstützung für betroffene Höfe angekündigt. Geprüft werden unter anderem Hilfen für Maßnahmen gegen Hitzestress in Ställen sowie eine Unterstützung für den Transport von Futter, falls regionale Vorräte nicht ausreichen. Ob diese Instrumente die nötigen Mengen rechtzeitig verfügbar machen, hängt jedoch von der weiteren Wetterentwicklung und von den regionalen Futterbeständen ab.

Für die betroffenen Rinderhalter ist die Lage deshalb mehr als ein vorübergehendes Sommerproblem. Jeder weitere trockene und heiße Tag kann die Futterbilanz verschlechtern. Entscheidungen über Zukäufe, den Verbrauch von Winterreserven oder den Verkauf einzelner Tiere werden vielerorts nun früher getroffen als in einem normalen Vegetationsjahr.

Quellen

  • Franceinfo
  • Agreste
  • Eaufrance
  • Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssouveränität