Anéfis – 19.07.2026: Bei einem Hinterhalt gegen einen malischen Militärkonvoi im Norden des Landes sind nach Angaben bewaffneter Gegner mindestens 50 Soldaten getötet worden. Der Angriff ereignete sich am Samstag, 18. Juli, in der Region Gao nahe der strategisch wichtigen Ortschaft Anéfis. Die malische Armee bestätigte, dass ihr Konvoi mit verbündeten Kräften angegriffen wurde, veröffentlichte jedoch keine eigene Bilanz zu Toten, Verletzten oder Gefangenen.
Verantwortung für die Attacke beanspruchten die Befreiungsfront Azawad, kurz FLA, und die dschihadistische Gruppe JNIM. Beide Organisationen erklärten, die Operation gemeinsam durchgeführt zu haben. Sie berichteten von schweren Verlusten auf Seiten der Armee, erbeuteter Ausrüstung und gefangen genommenen Soldaten. Die von den Konfliktparteien genannte Zahl von mindestens 50 Getöteten konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen war der Konvoi auf einer Verbindung zwischen Anéfis und Gao unterwegs, als er in der Gegend von Tabankort angegriffen wurde. Die Kämpfe dauerten zunächst an. Am Sonntag teilte der Generalstab in Bamako mit, die Streitkräfte hätten Luftangriffe auf Stellungen der Angreifer ausgeführt. Mehrere gegnerische Positionen seien getroffen worden; der Konvoi habe sich aus dem Hinterhalt lösen und seine Fahrt fortsetzen können.
Anéfis liegt in einer umkämpften Zone zwischen Gao und Kidal und besitzt wegen seiner Lage an wichtigen Versorgungswegen militärische Bedeutung. In den vergangenen Wochen hatten malische Einheiten und ihre Partner dort wiederholt gegen bewaffnete Gruppen operiert. Anfang Juli war die Stadt nach heftigen Gefechten erneut unter Kontrolle der staatlichen Kräfte geraten. Die jüngste Attacke zeigt, dass die Routen in der Region weiterhin erheblich gefährdet sind.
Die FLA ist eine vor allem von Tuareg getragene Unabhängigkeitsbewegung im Norden Malis. JNIM ist ein Netzwerk dschihadistischer Gruppen mit Verbindungen zu Al-Qaida. Trotz unterschiedlicher politischer Ziele arbeiten beide Organisationen in Teilen des Konflikts gegen die malische Militärführung zusammen. Die Regierung in Bamako wird seit den Staatsstreichen von 2020 und 2021 von Militärs geführt und stützt sich im Kampf gegen Aufständische auch auf ausländische Partner.
Mali leidet seit 2012 unter einem vielschichtigen Konflikt. Dschihadistische Gruppen, separatistische Bewegungen, kriminelle Netzwerke und lokale bewaffnete Akteure kämpfen in mehreren Landesteilen um Einfluss. Der Angriff vom 18. Juli verschärft den Druck auf die malischen Streitkräfte im Norden. Unklar bleibt vorerst, wie hoch die tatsächlichen Verluste sind und ob sich unter den Betroffenen auch Angehörige verbündeter Einheiten befanden.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Forces armees maliennes