Mit dem Tod von Edgar Morin verliert Frankreich nicht nur einen Philosophen, Soziologen und Intellektuellen von Weltrang. Es verliert einen der letzten Vertreter jener Generation von Denkern, die das 20. Jahrhundert nicht nur beobachteten, sondern durchlebten, erlitten und reflektierten. Morin, der im Alter von 104 Jahren in Paris verstorben ist, hinterlässt ein Werk, das weit über akademische Grenzen hinausreicht. In einer Zeit zunehmender Spezialisierung und ideologischer Polarisierung erinnerte er beharrlich daran, dass die Wirklichkeit selten einfach und fast nie eindimensional ist. Geboren 1921 als Edgar Nahoum in eine sephardisch-jüdische Familie, ...
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