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Nachrichten.fr · April 10, 2025

Ein königliches Familienerlebnis: Die Grimaldis auf den Spuren ihrer Vorfahren in der Bretagne und Normandie

Es war mehr als nur ein offizieller Besuch – es war eine Reise zurück zu den eigenen Wurzeln. Am 9. April 2025 begab sich Fürst Albert II. von Monaco gemeinsam mit seiner Ehefrau Fürstin Charlène und den Zwillingen Jacques und Gabriella auf eine bewegende Entdeckungstour durch die Bretagne und die Normandie. Für die kleinen Royals war es das erste Mal im Ausland – und was für eines.

Der Auftakt fand in Matignon statt, einer kleinen Gemeinde in den Côtes-d’Armor, die tief mit der Familiengeschichte der Goyon de Matignon verbunden ist. Hier empfing sie der Bürgermeister Jean-René Carfantan mit offenen Armen. Bei traditioneller bretonischer Musik, Trachten und viel Herzlichkeit wurde eine Gedenkplakette enthüllt – und man spürte es: Diese Momente berührten nicht nur das Fürstenpaar, sondern auch die Bewohner, die mit Stolz ihre Kultur zeigten.

Der Anlass? Der 300. Todestag von Jacques III. de Goyon de Matignon, dem Vater von Jacques I. von Monaco – einem direkten Vorfahren von Fürst Albert II. Ein Stück Familiengeschichte, das lebendig wurde.

Weiter ging es nach Plévenon. Dort liegt das beeindruckende Fort La Latte, ein mittelalterliches Bollwerk hoch über dem Meer. Gebaut 1350 von Étienne III. de Goyon – wieder ein Vorfahr der Grimaldis. Wind, Wellen, Stein – dieses Szenario hätte nicht sinnbildlicher für das Zusammenspiel von Geschichte und Natur stehen können. Für Jacques und Gabriella dürfte das ein echtes Märchenerlebnis gewesen sein.

Doch der Trip war nicht nur nostalgisch, sondern auch zukunftsweisend.

In Moyon-Villages in der Normandie eröffnete Fürst Albert die neue „Bibliothèque Grimaldi“. Ein symbolischer Akt, der nicht nur die Verbundenheit mit der Region unterstreicht, sondern auch ein Zeichen für die Bildung und den kulturellen Austausch setzt. In Saint-Lô wurde es dann digital: Die Archive von Monaco sind nun über die Website der Archive des Départements Manche zugänglich – ein großer Schritt für die historische Forschung, aber auch für die interessierte Öffentlichkeit.

Der folgende Tag brachte eine weitere emotionale Etappe: In Percy wurde eine historische Glocke gesegnet, die bereits 1751 von Honoré III. von Monaco gestiftet worden war. Zwischen Messwein und Marktständen mit lokalen Erzeugnissen wurde hier nicht nur gegessen und getrunken – es wurde gefeiert, dass Geschichte lebt.

Und dann war da noch Torigni-les-Villes. Ein eher stiller Moment, aber nicht weniger bedeutend. In der Kirche Saint-Laurent, wo die Ahnen des Fürsten beigesetzt sind, wurde es andächtig. Hier sprach Albert II. auf einer Konferenz über Jacques III. de Matignon – ein Mann, der ohne Zweifel ein starkes Fundament für das Fürstenhaus legte.

Warum das alles so besonders war?

Weil es nicht nur um die Vergangenheit ging, sondern auch um die Zukunft. Der Besuch der jungen Zwillinge, das Innehalten an historischen Orten, das Teilen von Erinnerungen mit der französischen Bevölkerung – all das sendet ein starkes Signal: Die Geschichte der Grimaldis ist nicht abgeschlossen. Sie wird fortgeschrieben, von Generation zu Generation, mit einem Fuß in Monaco und dem anderen tief verankert im französischen Boden.

Und Hand aufs Herz – wann hat man das letzte Mal einen Fürsten an einem lokalen Marktstand in der Normandie gesehen?

Von Andreas M. Brucker