Zurück

Daniel Ivers · 02.07.2026

Einbruch in Montans: Rund 40 Goldmünzen aus archäologischem Zentrum gestohlen

Montans – 01.07.2026: In der Nacht zum 1. Juli ist das Centre archéologique de Montans im Département Tarn Ziel eines schnellen und offenbar professionell ausgeführten Einbruchs geworden. Nach Angaben der Ermittler stahlen Unbekannte rund 40 goldene Münzen, die in das 1. Jahrhundert nach Christus datiert werden. Der materielle Schaden wird auf etwa 120.000 Euro beziffert; der kulturelle Verlust gilt als erheblich.

Die Täter verschafften sich dem Vernehmen nach in wenigen Minuten Zugang zu den Ausstellungsräumen und hebelten gezielt Vitrinen auf. Hinweise auf brachiale Gewaltspuren an Türen und Fenstern sowie überlistete Sicherungen deuten darauf hin, dass der Tatort im Vorfeld ausgespäht wurde. Das Museum, das die römische Vergangenheit der Keramik- und Handelsstadt Montans dokumentiert, war zuletzt regulär geöffnet; ungewöhnliche Vorkommnisse wurden im Vorfeld nicht bekannt.

Die Gendarmerie des Départements Tarn hat den Tatort abgesperrt, Spuren gesichert und Videoaufzeichnungen aus dem Umfeld angefordert. Geprüft werden außerdem mögliche Fluchtwege über die Departementsstraßen in Richtung Albi und Toulouse sowie Fahrzeuge, die in der Nacht auffällig gewesen sein könnten. Die Staatsanwaltschaft koordiniert die Ermittlungen wegen schweren Diebstahls in Bande; konkrete Hinweise auf die Täter lagen am Mittwochabend nicht vor.

Nach Museumsangaben befanden sich die Münzen in einer Dauerausstellung zu den römischen Siedlungen in Südwestfrankreich. Fachleute betonen, dass die Stücke – unabhängig vom Goldwert – als archäologischer Zusammenhang von Bedeutung sind: Prägungen, Fundkontext und Erhaltungszustand liefern Informationen zu Handelsrouten, Münzumlauf und Handwerk der Antike. Ein Zerstreuen der Objekte auf dem Schwarzmarkt würde diese Erkenntnisse unwiederbringlich beeinträchtigen.

Die Behörden vergleichen derzeit die Seriennummern der Sicherungssysteme, prüfen die Inventarlisten und veranlassten eine Meldung über einschlägige Netzwerke zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgut. Grundlage ist der französische Kulturgüterschutz (Code du patrimoine), der strenge Vorgaben für die Registrierung, den Transport und den Handel von archäologischen Objekten vorsieht. Auktionshäuser und Händler wurden sensibilisiert, Angebote mit auffälliger Provenienz zu melden.

Die Präfektur und das Centre archéologique riefen Bürgerinnen und Bürger auf, verdächtige Beobachtungen sowie private Verkaufsangebote unverzüglich der Gendarmerie zu melden. Hinweise können bei jeder Dienststelle oder über die üblichen Notrufkanäle abgegeben werden. Bis zur Wiedereröffnung einzelner Räume werden Sicherheitsmaßnahmen überprüft und, falls nötig, nachgerüstet. Die Fahndung läuft; weitere Details geben die Behörden mit Blick auf das Ermittlungsverfahren derzeit nicht bekannt.

Quellen

  • Franceinfo
  • La Dépêche