Monaco – 30.06.2026: In der Nacht auf Montag erschütterte eine Explosion den Eingangsbereich eines Wohnhauses in der Grenznähe zu Frankreich und verletzte drei Personen schwer. Überwachungsvideos zeigen nach Angaben der Behörden eine Person, die eine Tasche in der Lobby abstellt und den Bereich verlässt. Die Detonation traf ein Paar und einen Jugendlichen, die offenbar nach Hause zurückkehrten.
Laut Staatsanwalt Stéphane Thibault handelt es sich nicht um eine terroristische Tat; die Ermittler haben jedoch ein Verfahren wegen versuchten Mordes eingeleitet. Thibault bestätigte, dass eine der Verletzten in einem kritischen Zustand ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Zwei weitere Betroffene – ein Mann und ein 13-jähriger Junge – sind nicht mehr in Lebensgefahr, präzisierte er bei einer Presseinformation.
Medien identifizieren den verletzten Geschäftsmann als den ukrainischen Unternehmer Vadym Yermolaiev, der in der Vergangenheit in internationalen Berichten und Sanktionslisten auftauchte. Offizielle Stellen in Monaco nannten Namen bislang zurückhaltend; die Verbindung zu Yermolaiev wird jedoch weitgehend von nationalen und internationalen Medien berichtet und von Ermittlungen geprüft.
Monaco und französische Behörden suchten am Dienstag gemeinsam nach einem Verdächtigen, der offenbar in Richtung Frankreich geflüchtet sei. Polizeikräfte habe man vor Ort verstärkt, der Ministerstaat Christophe Mirmand sprach von einem beispiellosen Vorfall in dem sonst als sehr sicher geltenden Fürstentum. Ermittler werten Videomaterial und Spuren am Tatort aus, weitere Details zur Identität des Verdächtigen wurden noch nicht veröffentlicht.
Die verletzten Erwachsenen wurden nach Medienangaben in Kliniken in Nizza gebracht; genannt wurden das CHU Pasteur und das Kinderkrankenhaus Lenval für den Jugendlichen. Die medizinische Lage der kritisch Verletzten bleibt nach offiziellen Angaben angespannt; behandelnde Ärzte hielten Auskünfte zurück, um die Untersuchungen nicht zu beeinträchtigen.
Die Motive für die Tat sind bislang unklar. Die Staatsanwaltschaft betonte, es gebe derzeit keine Hinweise auf eine politisch motivierte Gewalttat im Sinne des Terrorismus. Ermittler prüfen, ob es sich um ein gezieltes Attentat auf die Bewohner handelte. Angesichts der internationalen Dimensionen der betroffenen Persönlichkeit arbeiten Polizeibehörden in Frankreich und Monaco eng zusammen.
Die Untersuchung wird von der monegassischen Justiz geführt; weitere Aussagen sind nach Ermittlungsfortschritt zu erwarten. Die Behörden riefen die Bevölkerung zu Ruhe auf und baten um Hinweise auf die Person, die das Paket deponiert haben soll.
Quellen
- Agence France-Presse / AP
- Franceinfo
- Tagesschau
- Euronews
- ANSA