Monaco – 01.07.2026: Zwei Tage nach einer Explosion in einem Wohnhaus nahe der französischen Grenze läuft die Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter weiter. Nach Behördenangaben ereignete sich die Detonation am 29.06.2026 gegen 21 Uhr. Drei Menschen wurden verletzt, darunter ein wohlhabender Geschäftsmann ukrainischer Herkunft sowie zwei Angehörige. Die Verletzten wurden in Kliniken in Nizza versorgt, zwei von ihnen gelten nach übereinstimmenden Medienberichten als schwer verletzt. Offizielle Stellen machten aus Rücksicht auf die Betroffenen keine näheren Angaben zu Identitäten oder Gesundheitszustand.
Ermittler in Monaco gehen derzeit davon aus, dass ein präpariertes Paket den Sprengsatz enthielt. Videoaufnahmen aus der Umgebung sollen einen Mann zeigen, der ein Paket ablegt und anschließend zu Fuß in Richtung der angrenzenden französischen Gemeinde flüchtet. Die Staatsanwaltschaft in Monaco leitete unmittelbar ein Verfahren ein; die kriminaltechnischen Dienste sichern Spuren am Tatort und gleichen diese mit Hinweisen aus Frankreich ab.
Französische Stellen bestätigten, dass die Staatsanwaltschaft in Nizza zur Unterstützung ein Ermittlungsverfahren eröffnete. Entlang der Zufahrtswege zwischen Monaco, Beausoleil und den umliegenden Gemeinden wurden zusätzliche Kontrollen eingerichtet. Die Suche konzentriert sich nach offiziellen Angaben auf das Grenzgebiet, zugleich werden Aufnahmen aus privaten und kommunalen Kameras ausgewertet. Die Behörden bitten Zeuginnen und Zeugen, die am Abend des 29. Juni verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden.
Eine Einstufung als Terrorfall erfolgte bislang nicht. Nach Angaben der Ermittler steht die Prüfung eines gezielten Angriffs im Mittelpunkt. Dabei werden mögliche persönliche oder geschäftliche Motive sowie etwaige internationale Bezüge des Geschäftsmanns geprüft. Solche Abgleiche, etwa zu früheren Verfahren oder Sanktionsregistern, laufen über die zuständigen Justiz- und Polizeistellen. Offizielle Bestätigungen zu konkreten Verdachtsmomenten liegen bislang nicht vor.
Anwohner schilderten eine heftige Druckwelle und herabfallende Trümmer. Das betroffene Gebäude wurde abgesperrt, Spezialisten untersuchten die Statik und stellten Beweise sicher. Für die umliegenden Häuser ordneten die Einsatzkräfte kurzfristige Evakuierungen an; zwischenzeitlich konnten die meisten Bewohner zurückkehren. Die Behörden betonten, dass keine akute Gefährdung der Öffentlichkeit erkennbar sei, mahnten jedoch zur Zurückhaltung bei der Verbreitung unbestätigter Informationen.
Die Kooperation zwischen Monaco und Frankreich gilt in solchen Lagen als eingespielt: Zuständig sind in Monaco die Sûreté publique und die Justizbehörden, auf französischer Seite koordinieren die Staatsanwaltschaft in Nizza sowie spezialisierte Ermittlungsdienste. Beide Seiten bekräftigten, alle verfügbaren Ressourcen für die Identifizierung und Festnahme des Verdächtigen einzusetzen. Konkrete Hinweise auf seinen Aufenthaltsort teilten sie bis Mittwochmittag nicht mit.
Quellen
- franceinfo
- AFP
- TF1 Info
- Le Temps
- The Guardian