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Daniel Ivers · 18.07.2026

Fall Jubillar: Anwälte der Kinder mahnen zu Respekt für Delphine Aussaguel

Albi – 18.07.2026: In einem Fall, der seit Jahren weit über den Tarn hinaus verfolgt wird, rücken die Kinder von Delphine Aussaguel erneut in den Mittelpunkt. Ihre Anwälte Laurent Boguet und Malika Chmani haben Medien und alle Personen mit Nähe zum Verfahren aufgefordert, die Erinnerung an ihre Mutter zu respektieren und die Familie vor zusätzlicher Belastung zu schützen.

Der Appell folgt auf die jüngsten Suchmaßnahmen im Norden des Départements Tarn. Ermittler hatten am 16. Juli auf einem Feld bei Mailhoc menschliche Knochen gefunden, nachdem Cédric Jubillar sie nach Medienberichten zu dem Ort geführt hatte. Die Untersuchungen vor Ort wurden am 17. Juli beendet. Ob die gefundenen Überreste Delphine Aussaguel zuzuordnen sind, sollen forensische Analysen klären.

Boguet und Chmani kritisieren laut einer Mitteilung, dass Teile der Berichterstattung jüngste Details in einer Weise aufgegriffen hätten, die sie als unwürdig empfinden. Es geht ihnen erkennbar nicht darum, das öffentliche Interesse an einem bedeutenden Strafverfahren zu bestreiten. Ihr Anliegen richtet sich gegen eine Erzählweise, in der das Leid einer Familie zum Material für Spekulationen und zugespitzte Szenen wird.

Delphine Aussaguel, die unter dem Namen Delphine Jubillar bekannt wurde, verschwand in der Nacht zum 16. Dezember 2020 aus Cagnac-les-Mines. Ihr damaliger Ehemann Cédric Jubillar wurde im Oktober 2025 vom Schwurgericht im Tarn wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt. Seine Verteidigung hatte Anfang Juli 2026 erklärt, er erkenne seine Verantwortung für ihren Tod an.

Die neuen Angaben führten zu weiteren Ermittlungen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Toulouse wurde Cédric Jubillar am 15. Juli aus der Haft vorgeführt und angehört. Grundlage war eine Vorschrift der französischen Strafprozessordnung, die dem Vorsitz eines Schwurgerichts zusätzliche Ermittlungen in einem noch anhängigen Verfahren ermöglicht. Über den weiteren Ablauf eines Berufungsverfahrens entscheiden die zuständigen Gerichte.

Für die beiden minderjährigen Kinder ist die öffentliche Wucht des Falls mehr als ein fernes Medienthema. Sie haben den Verlust ihrer Mutter und die strafrechtlichen Folgen für ihren Vater zu tragen, während neue Einzelheiten immer wieder Aufmerksamkeit auslösen. Ihre Anwälte verlangen deshalb Zurückhaltung: keine vorschnellen Schlüsse aus den Untersuchungen, keine Verbreitung ungeprüfter Behauptungen und keinen Zugriff auf das private Umfeld der Kinder.

Der Fund bei Mailhoc kann für die Familie eine wichtige, zugleich schmerzhafte Wendung sein. Gewissheit gibt es jedoch erst nach den laufenden Analysen und den weiteren Entscheidungen der Justiz. Bis dahin bleibt der Aufruf der Kindervertreter ein Hinweis auf eine Grenze, die auch in einem öffentlich intensiv verfolgten Verfahren gelten muss: Der Respekt vor dem Opfer und der Schutz der Angehörigen stehen vor jeder Dramatisierung.

Quellen

  • franceinfo
  • Generalstaatsanwaltschaft Toulouse via TF1 Info
  • Le Monde
  • TF1 Info