Paris – 14.06.2026: Die Familie des in Algerien inhaftierten Journalisten Christophe Gleizes hat öffentlich die fehlende Unterstützung durch prominente französische Fußballspieler beklagt. In einer Fernsehsendung auf France 5 äußerten die Mutter und der Schwiegervater von Gleizes ihre Enttäuschung darüber, dass Persönlichkeiten wie Kylian Mbappé, Karim Benzema und Zinédine Zidane trotz mehrfacher Bitten nicht öffentlich für die Freilassung des Journalisten eingetreten sind. "Sie haben die Nachricht erhalten, das ist klar. Sie engagieren sich nicht, das ist ebenfalls sehr deutlich", sagte Francis Godard, der Schwiegervater von Gleizes.
Christophe Gleizes, ein 37-jähriger freiberuflicher Sportjournalist, wurde im Mai 2024 in Algerien verhaftet, nachdem er einen Bericht über den Fußballverein Jeunesse Sportive de Kabylie (JSK) erstellt hatte. Ihm wurde "Apologie des Terrorismus" vorgeworfen, was zu einer siebenjährigen Haftstrafe führte.
Trotz der schweren Vorwürfe und der langen Haftstrafe hat die Familie von Gleizes wiederholt um Unterstützung aus der französischen Fußballwelt gebeten. Sie wandte sich direkt an Mbappé, Benzema und Zidane, in der Hoffnung auf öffentliche Stellungnahmen oder Interventionen. "Es wäre großartig, wenn Zinédine Zidane sich in diesem Kampf engagieren würde", sagte Francis Godard.
Die Reaktion der angesprochenen Fußballstars blieb bislang aus. Dies hat bei der Familie von Gleizes Enttäuschung ausgelöst, insbesondere angesichts der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft 2026. "Wir bedauern es, aber es ist die Weltmeisterschaft, also wollen wir ihnen nicht das Pech bringen für die Spiele, wir unterstützen sie. Aber es ist wahr, dass wir auf eine kleine Geste gehofft hätten…", fügte Godard hinzu.
Inmitten dieser Entwicklungen hat die FIFA Christophe Gleizes eine Akkreditierung für die bevorstehende Weltmeisterschaft erteilt. Diese symbolische Geste wurde von Reportern ohne Grenzen als "starke Unterstützung" für den Journalisten gewertet. "Sie erinnert daran, dass der Platz dieses Sportjournalisten, der auf Fußball spezialisiert ist, nicht im Gefängnis, sondern in den Stadien und den Kulissen dieses bedeutenden Weltwettbewerbs ist", erklärte Thibaut Bruttin, Geschäftsführer von Reportern ohne Grenzen.
Die Familie von Gleizes hofft weiterhin auf internationale Unterstützung und ruft die französische Fußballgemeinschaft dazu auf, sich für die Freilassung des Journalisten einzusetzen. Sie betonen, dass die Freiheit der Presse nicht zum Spielball politischer Interessen werden darf und dass die Unterstützung von Persönlichkeiten wie Mbappé, Benzema und Zidane einen erheblichen Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung und die diplomatischen Bemühungen haben könnte.
Die Situation von Christophe Gleizes bleibt angespannt, und die Familie setzt ihre Bemühungen fort, sowohl auf politischer als auch auf sportlicher Ebene Unterstützung zu finden, um seine Freilassung zu erreichen.
Quellen
- Lequipe.fr
- Upday.com
- Football.fr