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Nachrichten.fr · 19.06.2026

Flammen in der korsischen Bergwelt: Großbrand bei Castello-di-Rostino unter Kontrolle

Die Hitze lag schwer über den Hügeln der Haute-Corse, als am Donnerstag plötzlich Rauchschwaden über der Gemeinde Castello-di-Rostino aufstiegen. Innerhalb kurzer Zeit entwickelte sich daraus ein ausgedehnter Vegetationsbrand, der große Teile der umliegenden Macchia erfasste und die Einsatzkräfte vor eine anspruchsvolle Aufgabe stellte.

Zwischen 60 und 64 Hektar Buschland und Vegetation fielen den Flammen zum Opfer. Das entspricht einer Fläche von fast neunzig Fußballfeldern. In der zerklüfteten Landschaft des korsischen Inselinneren breiten sich Brände oft rasch aus – besonders dann, wenn hohe Temperaturen und trockene Vegetation zusammentreffen.

Genau diese Bedingungen herrschten am Donnerstag. Die Temperaturen kletterten deutlich über die Marke von 35 Grad. Schon ein kleiner Funke genügt unter solchen Umständen, um einen Brandherd entstehen zu lassen. Nach ersten Erkenntnissen könnte der Auslöser mit Arbeiten zur Vegetationspflege zusammenhängen. Die Ermittlungen dazu laufen jedoch noch.

Die Feuerwehr reagierte mit einem Großaufgebot. Rund 60 Einsatzkräfte kämpften am Boden gegen die Flammen. Unterstützung erhielten sie aus der Luft. Mehrere Löschflugzeuge, darunter die auf Waldbrände spezialisierten Canadair-Maschinen sowie Dash-Flugzeuge, warfen große Mengen Wasser über den betroffenen Gebieten ab. Gerade auf Korsika, wo viele Regionen schwer zugänglich sind, gelten solche Luftfahrzeuge als unverzichtbares Werkzeug im Kampf gegen Feuer.

Trotz der Ausmaße des Brandes gab es auch gute Nachrichten. Wohnhäuser gerieten zu keinem Zeitpunkt unmittelbar in Gefahr. Zudem meldeten die Behörden keine Verletzten. Das dürfte vielen Bewohnern der Region einen gehörigen Stein vom Herzen fallen gelassen haben.

Ganz ohne Auswirkungen blieb der Brand allerdings nicht. Die Departementsstraße D105 musste zeitweise gesperrt werden, damit die Einsatzkräfte sicher arbeiten konnten. Darüber hinaus kam es in der Nachbargemeinde Canavaggia zu einem Stromausfall. Solche Begleiterscheinungen zeigen, wie stark selbst abgelegene Vegetationsbrände in das tägliche Leben eingreifen können.

Am Abend entspannte sich die Lage schließlich. Die Feuerwehr erklärte das Feuer für unter Kontrolle gebracht. Von Entwarnung wollte jedoch niemand sprechen. Zu oft haben sich Glutnester nach Stunden oder sogar Tagen erneut entzündet. Deshalb blieben weiterhin zahlreiche Kräfte vor Ort, um das betroffene Gebiet zu überwachen und ein Wiederaufflammen zu verhindern.

Der Brand von Castello-di-Rostino verdeutlicht einmal mehr die Herausforderungen des Sommers im Mittelmeerraum. Steigende Temperaturen, trockene Böden und dichter Bewuchs verwandeln weite Landschaften in ein sensibles Geflecht, das auf jede Unachtsamkeit reagiert. Für die Menschen auf Korsika gehört diese Gefahr inzwischen fast schon zum Sommer wie das Zirpen der Zikaden – doch Routine entsteht daraus keineswegs.

Jeder erfolgreich eingedämmte Brand ist am Ende auch ein Wettlauf gegen die Zeit. Diesmal ging er glimpflich aus.

Autor: Daniel Ivers