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Jean-Paul Huber · 16.07.2026

Fontainebleau: Glutnester halten Einsatzkräfte weiter in Atem

Noisy-sur-Ecole – 16.07.2026: Die Waldbrände in der Forêt de Fontainebleau sind zwar unter Kontrolle, aber noch nicht vollständig gelöscht. Rund 950 Feuerwehrleute bleiben im Süden des Départements Seine-et-Marne im Einsatz, unterstützt durch Löschflugzeuge und weitere Luftmittel. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, wieder aufflammende Brandstellen im Inneren der betroffenen Waldflächen aufzuspüren und endgültig zu ersticken.

Dass sich die Löscharbeiten über Wochen hinziehen könnten, hängt wesentlich mit dem Untergrund zusammen. In Teilen des betroffenen Gebiets befinden sich Torfschichten, in denen Feuer unterirdisch weiterglimmen kann. Auch nach dem Eindämmen sichtbarer Flammen können Hitze, trockene Vegetation und Wind solche Glutnester erneut an die Oberfläche bringen. Die Einsatzleitung muss daher jede Fläche wiederholt kontrollieren und bewässern.

Die Brände, die seit dem Abend des 12. Juli in und nahe der Forêt de Fontainebleau ausgebrochen waren, haben nach bisherigen Angaben mehr als 2000 Hektar Vegetation erfasst. Zeitweise mussten ungefähr tausend Anwohner ihre Häuser verlassen. Die großflächige Zerstörung trifft ein Waldgebiet von besonderer ökologischer, kultureller und touristischer Bedeutung für die Region Paris.

Präsident Emmanuel Macron besuchte am Donnerstag den zentralen Einsatzstab in Noisy-sur-Ecole. Er dankte den Feuerwehren aus Seine-et-Marne und den aus anderen Landesteilen entsandten Kräften. Zugleich erklärte er, Frankreich erlebe die schwerste Waldbrandsaison seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Staat werde die Bewältigung der Folgen sowie den langfristigen Wiederaufbau des Waldes unterstützen.

Der Präsident kündigte zudem eine zentrale Sammelstelle für finanzielle Beiträge zur Wiederherstellung der Forêt de Fontainebleau an. Die politische Botschaft zielt auf eine Verbindung von akuter Gefahrenabwehr und langfristiger Wiederaufforstung. Ob und in welchem Umfang geschädigte Flächen neu bepflanzt werden, wird allerdings von forstwissenschaftlichen Untersuchungen, der Bodenbeschaffenheit und der natürlichen Regeneration abhängen.

Parallel zu den Löscharbeiten konzentriert sich die Justiz auf die Ursachen mehrerer Brandherde. Zwei Arbeiter und der Leiter eines Straßenbauunternehmens wurden am Donnerstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft steht der Verdacht im Raum, dass Arbeiten zur Instandsetzung von Leitplanken nahe der Autobahn A6 den ersten großen Brand unbeabsichtigt ausgelöst haben könnten.

Die Vorführung vor den Ermittlungsrichter bedeutet keine Feststellung strafrechtlicher Schuld. Die Ermittlungen sollen klären, ob Sicherheitsvorschriften verletzt wurden und ob ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den Arbeiten und dem Feuer besteht. Daneben laufen getrennte Verfahren zu weiteren Brandherden. Für die Einsatzkräfte bleibt jedoch zunächst entscheidend, die gefährlichen Glutnester vor einer erneuten Ausbreitung zu beseitigen.

Quellen

  • Élysée
  • Gendarmerie nationale
  • AFP via Boursorama