Die Calissons d’Aix sind eine der exquisitesten Spezialitäten der Provence und ein unverzichtbarer Bestandteil der berühmten 13 Desserts der Provence, die traditionell zu Weihnachten serviert werden. Diese süßen, mandelförmigen Köstlichkeiten sind mehr als nur ein Dessert – sie sind ein Stück provenzalischer Kultur und Geschichte.
Die Geschichte der Calissons d’Aix
Die Wurzeln der Calissons reichen bis ins Mittelalter, und ihre heutige Form entstand im 15. Jahrhundert in der Stadt Aix-en-Provence. Der Legende nach wurden sie erstmals 1454 bei der Hochzeit von König René von Anjou serviert. Die Mischung aus Mandeln, Melone und Orangen soll die Gemahlin des Königs so erfreut haben, dass sie den Namen “Calin” (französisch für “kleine Umarmung”) für die Süßigkeit wählte.
Heute sind Calissons ein Symbol für die Stadt Aix-en-Provence und genießen sogar den Schutz einer geografischen Herkunftsangabe (IGP).
Bedeutung in den 13 Desserts der Provence
In den 13 Desserts repräsentieren Calissons d’Aix die Kreativität und den Reichtum der provenzalischen Küche. Ihre Präsenz auf dem Desserttisch erinnert an die Traditionen der Region und an die Freude des Teilens. Ihr zarter Geschmack und ihre kunstvolle Herstellung machen sie zu einem Highlight des festlichen Menüs.
Das Rezept für Calissons d’Aix
Die Herstellung von Calissons erfordert etwas Geduld, aber das Ergebnis lohnt sich: eine zarte Paste aus Mandeln und kandierten Früchten, überzogen mit einem Hauch von königlichem Zuckerguss.
Zutaten (für ca. 20 Stück)
- 200 g gemahlene Mandeln
- 150 g kandierte Melone (oder kandierte Orange als Ersatz)
- 50 g kandierte Orangenschale
- 100 g Puderzucker (für die Paste)
- 2 EL Orangenblütenwasser
- 200 g Puderzucker (für den Guss)
- 1 Eiweiß
- Oblatenpapier (Backoblaten)
Zubereitung
- Die Paste vorbereiten:
- Die kandierte Melone und Orangenschale in kleine Stücke schneiden und in einem Mixer zu einer feinen Paste verarbeiten.
- Die gemahlenen Mandeln, den Puderzucker und das Orangenblütenwasser hinzufügen. Alles zu einer glatten, geschmeidigen Masse mixen.
- Die Masse formen:
- Die Paste auf einer Arbeitsfläche etwa 1 cm dick ausrollen. Die Fläche kann leicht mit Puderzucker bestäubt werden, damit nichts klebt.
- Mit einem mandelförmigen Ausstecher (oder einem einfachen runden) die Calissons ausstechen.
- Oblatenboden anbringen:
- Die ausgestochenen Stücke auf Oblatenpapier legen.
- Den Guss vorbereiten:
- Den Puderzucker mit dem Eiweiß zu einem dicken Guss verrühren.
- Mit einem kleinen Spatel oder Pinsel die Oberseite der Calissons glasieren.
- Trocknen lassen:
- Die Calissons auf ein Backblech legen und bei 100 °C (Umluft) für etwa 10 Minuten trocknen. Der Guss sollte fest, aber nicht gebräunt sein.
- Servieren:
- Die Calissons vollständig auskühlen lassen und in einer luftdichten Box aufbewahren. Sie sind mehrere Wochen haltbar.
Die Kunst der Calissons
Das Besondere an Calissons ist ihre Konsistenz: Die samtige Mandelpaste kontrastiert mit dem knackigen Zuckerguss. Ihr Aroma von Orangenblütenwasser und kandierten Früchten entführt in die Sonne der Provence und verleiht jedem Bissen eine festliche Note.
Calissons: Mehr als nur eine Süßigkeit
Neben ihrem Platz in den 13 Desserts sind Calissons auch ein beliebtes Geschenk. In edlen Schachteln verpackt, werden sie das ganze Jahr über genossen, vor allem zu besonderen Anlässen. Ihre Zubereitung bleibt ein Ausdruck der provenzalischen Handwerkskunst.
Die Calissons d’Aix verbinden Geschichte, Tradition und Geschmack in einer perfekten Harmonie. Sie sind nicht nur ein Dessert, sondern ein Symbol der Lebensfreude der Provence. Warum also nicht dieses Rezept ausprobieren und ein Stück Provence auf den eigenen Tisch zaubern? Bon appétit! 🌟