Einleitung
Die Küche von Montpellier und ihrer Umgebung ist reich an maritimen Einflüssen, was nicht überrascht, wenn man die Nähe zur Mittelmeerküste betrachtet. Ein besonders hervorzuhebendes Gericht dieser Region ist die Bourride, ein traditioneller Fischeintopf, der in der Region Languedoc-Roussillon sehr geschätzt wird. Die Bourride ist bekannt für ihre cremige Konsistenz und ihren köstlichen Geschmack, der durch die Zugabe von Aïoli – einer Knoblauch-Mayonnaise – erreicht wird.
Entstehung und Geschichte
Die Bourride hat eine lange Tradition in der südfranzösischen Küche und teilt sich ihre Ursprünge mit der bekannteren Bouillabaisse. Während die Bouillabaisse ihren Ursprung in Marseille hat, stammt die Bourride aus der Region um Sète und Montpellier. Beide Gerichte sind Beispiele für die Nutzung der Meeresressourcen, aber die Bourride zeichnet sich durch ihre spezifische Zubereitung und den besonderen Geschmack aus.
Historisch gesehen war die Bourride ein einfaches Fischergericht. Die Fischer verwendeten Fische, die nicht zum Verkauf geeignet waren, und bereiteten daraus einen nahrhaften Eintopf zu. Die Zugabe von Aïoli, einer emulgierten Mischung aus Knoblauch, Eigelb und Olivenöl, verlieh dem Gericht seine charakteristische Cremigkeit und einen intensiven Geschmack. Die Bourride wird traditionell mit weißen Fischen wie Seeteufel, Wolfsbarsch oder Dorade zubereitet, die in einer aromatischen Brühe gekocht werden.
Das Rezept: Bourride
Zutaten:
Für die Brühe:
- 1 kg Weißfischfilets (z.B. Seeteufel, Wolfsbarsch oder Dorade)
- 2 Zwiebeln (gehackt)
- 2 Karotten (in Scheiben geschnitten)
- 2 Stangen Sellerie (gehackt)
- 4 Knoblauchzehen (gehackt)
- 1 Fenchelknolle (in Scheiben geschnitten)
- 1 Bund frische Petersilie
- 2 Lorbeerblätter
- 1 TL Fenchelsamen
- 1 TL Thymian
- 250 ml Weißwein
- 1,5 Liter Fischfond oder Wasser
- Salz und Pfeffer nach Geschmack
Für das Aïoli:
- 4 Knoblauchzehen
- 2 Eigelb
- 250 ml Olivenöl
- Saft einer Zitrone
- Salz nach Geschmack
Zubereitung:
- Brühe Vorbereiten:
In einem großen Topf das Olivenöl erhitzen und die gehackten Zwiebeln, Karotten, Sellerie und Fenchel darin anbraten, bis sie weich sind. Den gehackten Knoblauch hinzufügen und kurz mitbraten. Die Fischfilets in den Topf geben und mit Weißwein ablöschen. Die Lorbeerblätter, Fenchelsamen und Thymian hinzufügen. Den Fischfond oder Wasser angießen und die Petersilie hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Alles zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis der Fisch gar ist. - Aïoli Zubereiten:
Während die Brühe kocht, das Aïoli vorbereiten. Dafür die Knoblauchzehen schälen und fein hacken oder durch eine Knoblauchpresse drücken. Die Eigelbe in eine Schüssel geben und den gehackten Knoblauch hinzufügen. Unter ständigem Rühren das Olivenöl in einem dünnen Strahl hinzufügen, bis eine dicke, cremige Sauce entsteht. Den Zitronensaft einrühren und mit Salz abschmecken. - Fertigstellen der Bourride:
Die Fischfilets aus der Brühe nehmen und beiseite stellen. Die Brühe durch ein feines Sieb passieren, um die festen Bestandteile zu entfernen, und zurück in den Topf geben. Das Aïoli in die heiße Brühe einrühren, bis eine gleichmäßige, cremige Suppe entsteht. Die Fischfilets zurück in die Suppe geben und vorsichtig erhitzen, ohne zu kochen. - Servieren:
Die Bourride heiß servieren, begleitet von geröstetem Brot und einem zusätzlichen Löffel Aïoli. Garniert mit frischer Petersilie und einem Spritzer Zitronensaft ist sie ein wahres Fest für die Sinne.
Fazit
Die Bourride ist ein Paradebeispiel für die reiche und vielseitige Küche von Montpellier und Umgebung. Dieses Gericht, das seine Ursprünge in der einfachen Fischertradition hat, vereint die Aromen des Mittelmeers in einer köstlichen und cremigen Suppe. Ob als Hauptgericht oder als Teil eines festlichen Menüs – die Bourride bringt den authentischen Geschmack Südfrankreichs auf den Tisch und ist ein Muss für jeden Liebhaber der mediterranen Küche.