Das Thema Fleisch und seine Auswirkungen auf die Ziele der CO2-Neutralität sind in Frankreich immer noch ein heikles Thema. Ein Bericht des Rechnungshofs über die Planung des Rückgangs der Rinderbestände genügte, um eine ganze Branche aufzurütteln.
Für Ahmed Habassi, einem ehemaligen Koch, ist Grillen bei schönem Wetter ein Muss. “Jede Jahreszeit hat ihren geselligen Moment, und es stimmt, dass es dann eher Fleisch als Gemüse ist”, sagt er gegenüber Franceinfo. Eine Familie aus Straßburg (Bas-Rhin) isst mindestens einmal am Tag Fleisch, versucht aber, den Konsum zu reduzieren. “Ab und zu machen wir komplett vegane Mahlzeiten, das ist auch gut, (…) man hat andere Möglichkeiten, Proteine zu bekommen als Fleisch. Allerdings ist ein Barbecue mit gutem Fleisch immer noch der Klassiker und das macht allen Spaß”, meint Céline Kreyenbihler.
Eine Herausforderung für die Gesundheit und das Klima
In einer Pariser Metzgerei der gehobenen Klasse wird das Rinderkotelett als Ausnahmeprodukt verkauft. Der Metzger Adrien Quennepoix arbeitet direkt mit den Züchtern zusammen. “Wir sind davon überzeugt, dass man weniger Fleisch essen sollte. Wenn man also weniger davon isst, muss es jedes Mal etwas Außergewöhnliches sein”, erklärt er. Die Franzosen essen immer noch gerne Fleisch. Seit zehn Jahren stagniert der Konsum bei etwa 85 kg pro Jahr und Person, was doppelt so viel ist als der weltweite Durchschnitt. Die Reduzierung des Fleischkonsums ist jedoch eine Notwendigkeit für die Gesundheit und das Klima. Bei diesem Tempo wird es Frankreich schwerfallen, sein Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 zu erreichen.