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Nachrichten.fr · April 8, 2026

Es ist Spargelzeit – und sie schmeckt nach Zitrone und Risotto

Wenn im Frühling die ersten Spargelstangen auf den Märkten erscheinen, beginnt in vielen Küchen eine der schönsten kulinarischen Jahreszeiten. Spargel steht wie kaum ein anderes Gemüse für Frische, Leichtigkeit und eine gewisse Eleganz, die sich sowohl in der rustikalen als auch in der gehobenen Küche entfalten kann. Während in Deutschland klassisch weißer Spargel mit Sauce Hollandaise dominiert, zeigt die französisch inspirierte Küche, wie vielseitig dieses edle Gemüse interpretiert werden kann.

Ein besonders feines Beispiel dafür ist das Risotto aux asperges et citron – ein cremiges Risotto mit Spargel und einem Hauch Zitrone. Dieses Gericht verbindet die erdige Süße des Spargels mit der lebendigen Frische von Zitrusnoten und der samtigen Textur eines perfekt gerührten Risottos. Es ist ein Teller voller Frühling.


Die Idee hinter dem Gericht

Das Risotto lebt von seiner Balance: Cremigkeit ohne Schwere, Tiefe ohne Dominanz. Der Spargel bringt eine sanfte Bitterkeit und frische Vegetalität mit, während die Zitrone das Gericht aufhellt und ihm Struktur verleiht. Entscheidend ist, dass die Zitrone nicht überhandnimmt, sondern wie ein feiner Akzent wirkt – fast wie ein Sonnenstrahl auf einem ansonsten milden Landschaftsgemälde.

Grüner Spargel eignet sich hier besonders gut, da er aromatischer und etwas kräftiger ist als weißer. Wer es klassischer mag, kann aber auch weißen Spargel verwenden oder beide kombinieren.


Rezept: Risotto aux asperges et citron

Zutaten (für 2–3 Personen)

  • 250 g Risotto-Reis (z. B. Arborio oder Carnaroli)
  • 400 g grüner Spargel
  • 1 kleine Schalotte
  • 1 Knoblauchzehe
  • 800 ml Gemüsebrühe (warm gehalten)
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 40 g Butter
  • 40 g frisch geriebener Parmesan
  • 1 Bio-Zitrone (Abrieb und etwas Saft)
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • Optional: frische Kräuter wie Kerbel oder Estragon

Zubereitung

1. Spargel vorbereiten
Die holzigen Enden des Spargels abschneiden. Die Stangen in etwa 3–4 cm lange Stücke schneiden, die Spitzen beiseitelegen. Die Stücke in leicht gesalzenem Wasser oder in etwas Brühe 3–4 Minuten blanchieren, bis sie bissfest sind. Abgießen und zur Seite stellen.

2. Basis ansetzen
Schalotte fein würfeln, Knoblauch sehr fein hacken. In einem breiten Topf oder einer tiefen Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Schalotte bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Den Knoblauch kurz mit anschwitzen, ohne ihn bräunen zu lassen.

3. Reis rösten
Den Risotto-Reis hinzufügen und unter Rühren etwa 1–2 Minuten anschwitzen, bis die Körner leicht glasig werden. Dieser Schritt sorgt später für die typische Konsistenz.

4. Ablöschen und einkochen
Mit Weißwein ablöschen und unter Rühren vollständig einkochen lassen. Erst danach beginnt die eigentliche Risottoarbeit.

5. Brühe nach und nach hinzufügen
Nun schöpfkellenweise die warme Gemüsebrühe hinzufügen. Immer nur so viel, dass der Reis knapp bedeckt ist. Unter regelmäßigem Rühren köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast aufgenommen ist, dann die nächste Kelle hinzufügen. Dieser Vorgang dauert etwa 18–20 Minuten.

6. Spargel integrieren
Nach etwa 10 Minuten Garzeit die Spargelstücke (nicht die Spitzen) unterrühren. Die Spitzen erst in den letzten 5 Minuten hinzufügen, damit sie ihre Form behalten.

7. Finalisieren
Wenn der Reis cremig und al dente ist, den Topf vom Herd ziehen. Butter und Parmesan einrühren. Dann den Zitronenabrieb und einen kleinen Spritzer Zitronensaft hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

8. Ruhen lassen
Das Risotto 1–2 Minuten ruhen lassen. Es sollte fließend und cremig sein – nicht fest.


Anrichten und Variationen

Das Risotto auf vorgewärmte Teller geben und nach Belieben mit frischen Kräutern bestreuen. Ein paar Tropfen hochwertiges Olivenöl oder ein Hauch zusätzlicher Zitronenzeste können das Gericht abrunden.

Für eine gehobenere Variante lassen sich gebratene Jakobsmuscheln oder Garnelen ergänzen. Vegetarisch bleibt es ebenso ein Genuss – vielleicht mit gerösteten Pinienkernen oder etwas Ziegenkäse als Kontrast.


Kulinarischer Tipp

Die Qualität der Brühe und des Parmesans entscheidet maßgeblich über das Ergebnis. Ein gutes Risotto braucht keine komplizierten Tricks – nur Geduld, Aufmerksamkeit und hochwertige Zutaten.


Wenn der Spargel Saison hat, sollte man ihn feiern – und dieses Risotto ist eine der elegantesten Arten, genau das zu tun. Es ist leicht, aromatisch und doch tief befriedigend. Ein Gericht, das zeigt, dass Frühling nicht nur eine Jahreszeit ist, sondern ein Geschmack.