Seit Donnerstag, dem 4. Januar, werden Produkte, die von dem amerikanischen Konzern vermarktet werden, nicht mehr von Carrefour verkauft. Die von dem amerikanischen Industrieunternehmen angesetzten Preiserhöhungen sind für die französische Handelskette inakzeptabel.
Es gibt Streit zwischen Carrefour und PepsiCo. Die französische Supermarktkette hat beschlossen, keine Produkte des amerikanischen Konzerns mehr zu verkaufen. Um seine Kunden zu informieren, hat der französische Einzelhändler seit Donnerstag in seinen Regalen anstelle der Produkte, die zu PepsiCo gehören, entsprechende Hinweisschilder aufgehängt. Darauf ist zu lesen: “Wir verkaufen diese Marke nicht mehr aufgrund einer inakzeptablen Preiserhöhung”. Da die in Frankreich üblichen jährlichen Preisverhandlungen zwischen Industrie und Einzelhandel bis Ende Januar abgeschlossen sein müssen, will Carrefour mit seinen rund 5.300 Filialen allein in Frankreich auf diese Weise Druck auf die amerikanische Firma ausüben. Diese fordert eine Preiserhöhung von 7 % für alle ihre Produkte.
Der PepsiCo-Konzern stellt weit mehr als nur das gleichnamige kohlensäurehaltige Getränk her. Der Konzern besitzt etwa 15 verschiedene Marken. Dazu gehören die Getränke Lipton, 7Up, Rockstar, Mirinda, Kas und Mountain Dew. Bei den Lebensmitteln vermarktet die Gruppe außerdem Lay’s, Cheetos, Sunbreaks und Doritos Chips, Alvalle Gazpacho, Benuts Erdnüsse, Off the Eaten Path Kekse und Quaker Cerealien. Ein gewinnbringender Mix, der im Jahr 2022 dem amerikanischen Konzern einen Umsatz von über 86 Milliarden US-Dollar bescherte. Mit den zahlreichen Preiserhöhungen und der anhaltenden Nachfrage nach ihren Snacks und Getränken dürften die Ergebnisse von PepsiCo für das Jahr 2023 ähnlich gut ausfallen. Es ist nicht das erste Mal, dass PepsiCo von einem Einzelhändler wegen seiner als überzogen Preiserhöhungen auf die schwarze Liste gesetzt wurde.
Bereits ein Präzedenzfall im vergangenen Jahr
Im März 2023 hatte sich die Supermarktkette Système U schon mit dem amerikanischen Konzern angelegt und dessen Produkte ausgelistet. Nach einmonatigen Verhandlungen hatte PespsiCo schließlich seine Forderungen gesenkt. Die Produkte wurden wieder in die Regale von Système U aufgenommen, zu der die Marken Hyper U, Super U, U Express und Utile gehören. Der Kampf der Einzelhändler, die Preise zu senken und ihren Kunden mehr Kaufkraft zu verschaffen, scheint in Zeiten der Inflation durchaus legitim. Laut den neuesten Zahlen des französischen Statistikamtes Insee, die am 4. Januar veröffentlicht wurden, stiegen die Lebensmittelpreise im Dezember 2023 im Verglaich zum Dezember 2022 um 7,1 %.
Laut dem Sender BFMTV soll Carrefour nach Frankreich auch in Spanien, Italien und Belgien (insgesamt 8.300 Filialen) Produkte von PepsiCo aus den Regalen seiner Hyper- und Supermärkte nehmen. Damit könnte der Druck auf die Hersteller noch weiter erhöht werden.