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Nachrichten.fr · February 10, 2025

Gastronomische Wiederentdeckungen: Die Pascade aus Okzitanien

In der Welt der Kulinarik gibt es immer wieder Schätze, die in Vergessenheit geraten, nur um später mit umso größerer Begeisterung wiederentdeckt zu werden. Eine solche Spezialität ist die Pascade – ein einfaches, aber raffiniertes Gericht aus der französischen Region Okzitanien. Sie ist eine Mischung aus Pfannkuchen und Brot, knusprig und luftig zugleich, und besticht durch ihre Vielseitigkeit. Lassen Sie uns einen Blick auf die Herkunft, Geschichte und Zubereitung dieses regionalen Klassikers werfen.


Die Entstehung und Geschichte der Pascade

Die Pascade stammt aus dem ländlichen Südwesten Frankreichs, insbesondere aus der Region Aveyron in Okzitanien. Der Name „Pascade“ leitet sich vom Wort Pascada ab, das in der okzitanischen Sprache so viel wie „Ostergericht“ bedeutet. Traditionell wurde sie nämlich während der Osterzeit serviert, wenn in vielen Haushalten die Nahrungsmittel knapp wurden. Die Pascade war eine günstige, aber nahrhafte Mahlzeit, die mit einfachsten Zutaten auskam: Mehl, Eier, Milch und etwas Fett.

Die Bauernfamilien in Aveyron bereiteten die Pascade häufig als schnelles Mittagessen zu oder als Beilage zu Fleischgerichten. Sie war ursprünglich ein Arme-Leute-Essen, wurde aber durch ihre einzigartige Textur und ihren Geschmack mit der Zeit zu einer Delikatesse, die heute selbst in gehobenen Restaurants eine Renaissance erlebt.

Während die traditionelle Pascade eher schlicht war, mit Salz, Pfeffer oder manchmal ein wenig Zucker gewürzt, gibt es heute zahlreiche Variationen – von herzhaft bis süß, gefüllt oder pur serviert. Besonders in Toulouse, Rodez und Albi erlebt sie derzeit eine Wiederbelebung in der modernen Gastronomie.


Das kulinarische Comeback der Pascade

In den letzten Jahren hat die Pascade eine wahre Wiederentdeckung erfahren. Viele französische Spitzenköche haben sich dieser einfachen, aber köstlichen Spezialität angenommen und sie in neuen, kreativen Varianten auf den Tisch gebracht. Insbesondere in gehobenen Pariser Restaurants findet man heute moderne Interpretationen der Pascade – etwa mit Trüffelöl, Foie Gras oder karamellisierten Zwiebeln.

Diese Entwicklung ist kein Zufall. In einer Zeit, in der sich immer mehr Menschen für lokale, authentische und traditionelle Küche interessieren, passt die Pascade perfekt in den Trend der Rückbesinnung auf regionale Spezialitäten. Sie ist ein Gericht, das sich sowohl für ein gemütliches Familienessen als auch für einen raffinierten Gourmet-Abend eignet.


Rezept für eine klassische Pascade (herzhafte Variante)

Hier ist ein einfaches, aber traditionelles Rezept für eine herzhafte Pascade, das den knusprigen Rand und die fluffige Textur perfekt zur Geltung bringt. Diese Variante eignet sich wunderbar als Beilage zu Salat oder als eigenständige Mahlzeit mit einer feinen Füllung.

Zutaten (für 2-4 Personen)

  • 150 g Mehl
  • 3 Eier
  • 200 ml Milch
  • 1 EL Olivenöl (plus etwas für die Pfanne)
  • ½ TL Salz
  • Frisch gemahlener Pfeffer
  • ½ TL Backpulver (optional, für extra Luftigkeit)
  • Frische Kräuter (z. B. Thymian oder Schnittlauch, nach Belieben)

Zubereitung:

  1. Teig vorbereiten: In einer Schüssel das Mehl mit Salz, Pfeffer und Backpulver vermengen. In einer separaten Schüssel die Eier leicht verquirlen und dann zusammen mit der Milch und dem Olivenöl zum Mehl geben. Alles gut verrühren, bis ein homogener, leicht flüssiger Teig entsteht. Falls gewünscht, frische Kräuter unterheben.
  2. Teig ruhen lassen: Den Teig etwa 30 Minuten bei Zimmertemperatur ruhen lassen. Das sorgt für eine bessere Textur.
  3. Backen: Eine große, ofenfeste Pfanne (am besten Gusseisen oder eine beschichtete Pfanne) mit etwas Olivenöl auf mittlerer bis hoher Hitze erhitzen. Den Teig hineingeben und die Hitze sofort auf mittlere Stufe reduzieren.
  4. Goldbraun backen: Die Pascade etwa 3-5 Minuten anbraten, bis der Boden goldbraun ist. Dann die Pfanne in den auf 200°C vorgeheizten Ofen (Ober-/Unterhitze) geben und für weitere 8-10 Minuten backen, bis die Ränder schön aufgegangen und knusprig sind.
  5. Servieren: Die Pascade direkt aus der Pfanne servieren. Sie kann pur genossen werden oder mit herzhaften Toppings wie Ziegenkäse, Speck, Pilzen oder karamellisierten Zwiebeln verfeinert werden.

Süße Variante der Pascade

Die süße Pascade unterscheidet sich kaum von der herzhaften Version, wird aber mit Zucker und Vanille verfeinert. Hier eine köstliche Dessert-Pascade:

Zusätzliche Zutaten für die süße Version:

  • 1 EL Zucker
  • ½ TL Vanilleextrakt
  • 1 TL Orangenblütenwasser (optional)

Die Zubereitung bleibt identisch, jedoch kann die fertige Pascade mit Honig, Marmelade oder frischen Früchten serviert werden.


Fazit: Ein kulinarisches Erbe, das es zu bewahren gilt

Die Pascade ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich einfache bäuerliche Küche in die gehobene Gastronomie transformieren kann. Ob als rustikale Beilage, als Hauptgericht mit kreativen Füllungen oder als süßes Dessert – die Pascade ist eine Wiederentdeckung wert. Wer einmal in Okzitanien unterwegs ist, sollte es sich nicht entgehen lassen, diese regionale Spezialität in einem traditionellen Restaurant zu probieren. Doch auch zu Hause lässt sich dieses Gericht mit wenigen Zutaten und ein wenig Geduld leicht nachmachen. Bon appétit! 🍽️