Fast jeder zweite Franzose ist übergewichtig. Vorbeugung ist immer noch die beste Behandlung, aber es ist nicht leicht, sich beim Einkaufen in den großen Supermärkten zurechtzufinden. Der Nutri-Score stiftet oftmals Verwirrung.
Fettleibigkeit ist eine Epidemie, die sich auf dem Vormarsch befindet, insbesondere bei den 18- bis 24-Jährigen. Schuld daran ist in den allermeisten Fällen die Ernährung. Sind die französischen Verbraucher aber wachsam genug? “Ich schaue schon ein bisschen auf den Nutri-Score und die Kalorien”, gesteht ein Mann auf dem Sender France 2. Der Nutri-Score wurde von Frankreich erfunden, um Lebensmittel zu identifizieren, die zu fett, zu süß oder zu salzig sind. Aber er hat auch seine Grenzen. Laut seinem Erfinder sind einige Etiketten verwirrend, da sie ähnliche Farbcodes verwenden. Ausserdem entdecken die Verbraucher häufig, dass gesunde Lebensmittel, wie zum Beispiel geräucherter Lachs, mit einem sehr schlechten Nutri-Score versehen werden. Obwohl allgemein bekannt ist, dass das Fett im Lachs zu den “guten” Fetten gehört, die sogar beim gesunden Abnehmen helfen können.
In Frankreich gibt es 17 % Fettleibige.
Es gibt auch einen Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Armut. “Das Risiko, fettleibig zu werden, ist in benachteiligten Bevölkerungsgruppen viel größer, ganz einfach weil Lebensmittel mit gutem Nährwert oft teurer sind als fette, süße und salzige Produkte, die leider leichter zugänglich sind”, wird der Ernährungswissenschaftler Prof. Serge Hercberg von France 2 zitiert. In Frankreich sind heute 17 % der Bevölkerung fettleibig.