Zurück

Nachrichten.fr · April 9, 2022

Lebensmittel: Deswegen gehen die Preise so stark in die Höhe

Nudeln, Kaffee, Senf, Mehl… Seit mehreren Monaten beobachten die französischen Verbraucher einen Anstieg der Lebensmittelpreise, der sich derzeit sogar noch zu beschleunigen scheint.

Der Presianstieg, der seit einigen Monaten bei Lebensmitteln beobachtet wird, hängt hauptsächlich mit den Problemen der globalen Coronakrise zusammen. Durch die Pandemie sind sowohl die Preise für Rohstoffe als auch die Kosten für Transport und Verpackungen gestiegen, meldet der Einzelhandel.

Der Preisanstieg bei Trockenfrüchten allerdings hängt mit dem schlechten Wetter zusammen. Frost hat im letzten Jahr die Obstkulturen in Frankreich geschädigt und die Ernteerträge geschmälert. Der Preisanstieg bei Nudeln und Grieß ist darauf zurückzuführen, dass Kanada, der größte Produzent von Hartweizen, im letzten Jahr eine schlechte Ernte hatte.

Die Lebensmittel, die von der Inflation besonders stark betroffen sind, sind Nudeln, mit einem Preisanstieg von 14% seit März letzten Jahres. Das ist aber nicht nur auf den Anstieg der Weizenpreise, sondern auch der Verpackungspreise zurückzuführen. So ist der Preis für Zellstoff, der zur Herstellung von Pappe verwendet wird, ebenfalls stark gestiegen. An zweiter Stelle kommt Senf, +8%, und zwar, weil der Preis für das bei der Herstellung benutzte Sonnenblumenöl um 7,4% gestiegen ist.

Ist eine Verknappung zu befürchten?
Nein: Derzeit ist es in der Tat einzig und allein das Verhalten der Verbraucher, das zu Engpässen in den Supermarktregalen führt. Geplünderte Regale sind die Folge von Ängsten der Verbraucher. Diese neigen in der gegenwärtigen Lage dazu, mehr zu kaufen und dadurch verursachen sie manchmal kurze Engpässe in den Geschäften, bis die Ware wieder aufgefüllt werden kann.

Experten gehen davon aus, dass die Inflation bei Lebensmitteln anhalten wird. Der Krieg in der Ukraine führt zu einer starken Zunahme von Energiepreisen, was in die Produktpreises im Handel eingepreist wird. Hersteller brauchen Energie bei der Produkterstellung, zum Transport und so weiter. Ein weiterer Grund für eine kommende Preiserhöhung ist folgender: Die aktuellen Preise für einige Produkte wurden auf der Basis der Preise für ukrainische und russische Getreideexporte des letzten Jahres kalkuliert. Der derzeitzige geopolitische Kontext wird sich erst später in den Verbraucherpreisen niederschlagen. Zwar tut die Ukraine alles, um Weizen und Mais weiterhin auszusäen, aber der Krieg könnte die Ernte und den Transport schwierig gestalten.

Da drei Viertel der weltweiten Sonnenblumenproduktion russisch-ukrainisch ist, könnte es zu sehr spürbaren Spannungen kommen. Russland und die Ukraine gehören zu den wichtigsten Produzenten von Tierfutter-Weizen weltweit. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass das Getreide, das an Kälber, Kühe und Schweine verfüttert wird, teurer wird. Was wiederum dazu führt, dass die Erzeuger ihre Fleischprodukte teurer verkaufen müssen. Die Ukraine ist ebenfalls ein wichtiger Produzent von Düngemitteln und Exporteur von Hühnern.