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Nachrichten.fr · December 4, 2024

Lebkuchenspezialitäten aus Frankreich: “Pain d’épices” – „Gewürzbrot“ mit eigener Charakteristik und Geschichte.


Pain d’épices: Der französische Lebkuchen

Geschichte

Pain d’épices hat eine lange Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Ursprünglich wurde diese Art von gewürztem Honigbrot von arabischen Händlern nach Europa gebracht. Es wurde von den Kreuzfahrern ins heutige Frankreich importiert und fand schnell Anklang, vor allem in Regionen wie Burgund und Elsass.

In Dijon, der Hauptstadt von Burgund, wurde der Pain d’épices zur Spezialität. Hier entwickelte sich im 16. Jahrhundert eine blühende Pain-d’épices-Industrie, die durch die Verfügbarkeit von Honig und Gewürzen begünstigt wurde. Auch in der elsässischen Küche spielt er traditionell eine wichtige Rolle, vor allem während der Weihnachtszeit.


Besondere Merkmale

  • Zutaten: Der Pain d’épices basiert auf einer Mischung aus Mehl, Honig und einer Vielzahl von Gewürzen wie Zimt, Anis, Ingwer und Muskat. Anders als der deutsche Lebkuchen wird er oft ohne Schokolade oder Glasur zubereitet.
  • Konsistenz: Er hat eine dichtere, brotähnliche Struktur und ist weniger süß als viele deutsche Lebkuchenvarianten.
  • Regionale Unterschiede: In Dijon wird der Pain d’épices oft pur serviert, während im Elsass Varianten mit getrockneten Früchten, Nüssen oder kandierten Orangen beliebt sind.

Verwendung von Pain d’épices

Pain d’épices ist äußerst vielseitig:

  • Pur: Oft wird er als Snack oder zum Frühstück mit Butter bestrichen gegessen.
  • In der Küche: Pain d’épices passt hervorragend zu herzhaften Gerichten. Er wird häufig als Beilage zu Entenleber (Foie gras) serviert, in Saucen eingearbeitet oder als Basis für Desserts wie Puddings verwendet.
  • Weihnachten: Besonders in der Adventszeit findet man ihn auf Weihnachtsmärkten und in festlichen Menüs.

Rezept für klassischen Pain d’épices

Zutaten (für eine Kastenform):

  • 250 g Honig (idealerweise Blüten- oder Waldhonig)
  • 100 ml Milch
  • 250 g Weizen- oder Roggenmehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 TL Natron
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1/2 TL gemahlener Ingwer
  • 1/2 TL gemahlene Nelken
  • 1/2 TL gemahlener Anis
  • 2 Eier
  • Optional: kandierte Orangen, gehackte Nüsse oder Rosinen

Zubereitung:

  1. Honig und Milch erwärmen:
    Den Honig zusammen mit der Milch in einem Topf leicht erwärmen, bis der Honig vollständig geschmolzen ist. Abkühlen lassen.
  2. Trockene Zutaten mischen:
    Mehl, Backpulver, Natron, Salz und die Gewürze in einer Schüssel vermengen.
  3. Teig herstellen:
    Die Honig-Milch-Mischung langsam zu den trockenen Zutaten geben und gut verrühren. Die Eier hinzufügen und zu einem glatten Teig verarbeiten. Optional können jetzt kandierte Früchte oder Nüsse untergehoben werden.
  4. Backen:
    Den Teig in eine gefettete Kastenform füllen und im vorgeheizten Ofen bei 160 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 50–60 Minuten backen. Mit einem Holzspieß testen, ob der Teig durchgebacken ist.
  5. Abkühlen lassen:
    Den Pain d’épices vollständig abkühlen lassen. Er schmeckt am besten, wenn er ein oder zwei Tage durchziehen kann.

Andere Lebkuchenspezialitäten in Frankreich

Neben dem Pain d’épices gibt es auch kleinere, regional beeinflusste Variationen:

  • Lebkuchen aus Gertwiller: Dieses kleine Dorf im Elsass nennt sich selbst die “Lebkuchenhauptstadt” Frankreichs. Hier gibt es handwerklich hergestellte Lebkuchen, oft mit dekorativen Glasuren.
  • Elsässische Lebkuchenfiguren: Diese werden oft in Form von kleinen Engeln oder anderen weihnachtlichen Figuren gestaltet und bunt verziert.

Der Pain d’épices ist eine wunderbare Möglichkeit, französische Weihnachtskultur zu erleben und die kulinarische Vielfalt des Landes zu entdecken. Bon appétit et joyeux Noël! 🎄