Der Vegane Januar “veganuary” ruft dazu auf, während des gesamten Monats Januar eine Ernährung ohne Fleisch und tierische Produkte zu bevorzugen. In Frankreich wächst der Markt für vegane Ernährung spürbar.
Wir kennen bereits den “dry january”, der uns dazu ermutigt, den ganzen Januar über keinen Alkohol zu trinken. Nun folgt der “veganuary”, ein Monat, in dem die pflanzliche Ernährung und die vegane Diät, die ohne Fleisch, aber auch ohne tierische Produkte wie Eier oder Milch auskommt, aufgewertet werden soll. In Frankreich wächst in den letzten Jahren der Markt für vegane Ernährung.
Sie hält zwei Packungen Tortellini mit Gemüse in den Händen. Die 29-jährige Laura ist seit fast fünf Jahren Vegetarierin und wurde vor anderthalb Jahren vollständig vegan, weil sie davon überzeugt ist, dass Tiere nicht mehr leiden sollten. Die junge Frau gesteht auf dem Sender Radio France: “Für nichts in der Welt würde ich mich wieder anders ernähren wollen. Ich wohne noch bei meiner Familie, also bin ich immer mit Eiern, Fleisch usw. konfrantiert. Aber ich habe mein eigenes Regal mit Tofu, Tempe und vielen anderen Zutaten, die meine Familie noch nicht kennt und die ich ihnen zeigen werde. Bisher erkennen sie, dass das, was ich esse, gut schmeckt und nicht einseitig ist, und das ist schon mal gut!”
Proteinhaltige Patties, Getreide und viel Gemüse – die vegane Ernährung ist nicht immer einfach. “Zum Beispiel an Weihnachten mit der Familie gibt es ein Gericht für alle und ein Gericht für mich. Das kann ein wenig einschränkend sein, was mir für meine Familie schon leid tut”, gibt sie zu. Der Lebensmittelladen, in dem Laura einkauft, besteht seit sechs Jahren und ist zu 100 % vegan. Er ist einer von nur veganen Läden in der französischen Hauptstadt.
Laura schaut sich aber immer genau die Zusammensetzung der Produkte an, die sie auswählt. Sie stellt fest: “Nur weil es vegan ist, heißt das nicht, dass es gesund ist. Es gibt Dinge, die sind sehr fett, sehr salzig, sehr süß. Und oft denke ich, dass es ultra-verarbeitete Lebensmittel sind! Das Ziel ist es, zu ganzen, natürlichen Produkten zurückzukehren, die aus der Erde kommen, und wenn ich mir vorstelle, dass das alles von großen Maschinen in Fabriken hergestellt wird, verdirbt mir das oft den Appetit.”
Dennoch gelingt es der veganen Branche in Frankreich gerade auf diesem Weg, sich auszubreiten. Die erste französische komplett vegane Produktionsstätte für Lebensmittel wurde im vergangenen Jahr von der Firma HappyVore im Département Loiret errichtet. Zu den Produkten, die die Marke anbietet, gehören unter anderem vegetarische Nuggets, die aus Weizenprotein bestehen, aber geschmacklich einem Geflügelnugget sehr ähnlich sind. Die Imitation wird übrigens bewusst in Kauf genommen. “Eines Tages werden wir Produkte herstellen, die kein Fleischimitat mehr sind, aber im Moment gibt es dafür die meiste Nachfrage”, erklärt der Mitbegründer der Marke, Guillaume Dubois, auf Radio France.
HappyVore ist sich der Notwendigkeit durchaus bewusst, Dinge anzubieten, die auch schmecken. “Der erste Ansatz der Leute bei pflanzlichen Lebensmitteln ist: ‘Das ist ein bisschen wie eine Strafe, das wird nicht gut sein’. Also haben wir versucht, vom Geschmack auszugehen, wir müssen Produkte herstellen, die super lecker sind.” Das Ergebnis: Würstchen mit Protein aus in Frankreich angebauten Erbsen oder Sojageschnetzelte. Die meisten Produkte von HappyVore haben einen Nutriscore A. Und als Zeichen dafür, dass es dem Markt gut geht, wächst das Unternehmen mit 140 Mitarbeitern monatlich um 10 bis 15 %.