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Nachrichten.fr · December 19, 2023

Nitrite im Hundefutter verboten – aber nicht im Schinken: Warum sie in Wurstwaren weiterhin erlaubt sind

Das Europäische Parlament hat im Juni 2023 beschlossen, die Verwendung von Nitriten und Nitraten in Tierfutter bis 2025 zu verbieten. Warum wurde eine solche Maßnahme noch nicht für Wurstwaren eingeführt, obwohl ihre krebserregenden Auswirkungen auf unsere Gesundheit seit mehreren Jahren bekannt sind?

Bereits am 15. Juni 2023 hat das Europäische Parlament dafür gestimmt, Nitrite und Nitrate, aus Hunde- und Katzenfutter zu verbieten, meldete die Zeitung Le Parisien am Montag, dem 18. Dezember.

Unsere vierbeinigen Freunde, die sehr häufig mit industriell hergestellten Produkten gefüttert werden, sind stark solchen Nitritsalzen ausgesetzt, die seit 2015 von der WHO als krebserregend beschrieben werden. Die Verwendung dieser Zusatzstoffe stellt eine erhöhte Gefahr für die Gesundheit der Tiere dar, da sie in hohen Dosen giftig sind. Das Verbot wird jedoch nicht sofort gelten. Eine Übergangsfrist ermöglicht es den Herstellern, die bereits mit diesen Zusatzstoffen hergestellte Mischungen auf Lager haben, ihre Waren bis Juli 2025 zu verkaufen.

Die Europaabgeordnete Michèle Rivasi hat bei der Europäischen Kommission einen ähnlichen, aber abgespeckten Antrag für menschliche Lebensmittel eingereicht. Ein Vorschlag, der lediglich darauf abzielt, den Anteil von Nitritsalzen in Lebensmitteln des Massenkonsums zu reduzieren, anstatt sie vollständig zu verbieten.

Nitrite (erkennbar an den Bezeichnungen E249 und E250) und Nitrate (E251 und E252) sind Konservierungsstoffe. In den vergangenen Jahren haben mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen ihrem Verzehr und dem Auftreten von Darmkrebs hergestellt. Viele Fleischprodukte enthalten die umstrittenen Zusatzstoffe: verarbeitetes Fleisch und verschiedene Wurstwaren, die von großen Marken und Einzelhändlern hergestellt werden. Es ist übrigens das Nitratpökelsalz, das dem Schinken seine so charakteristische rosa Farbe verleiht.

Die Verwendung von Nitritpökelsalzen komplett zu verbieten, ist aufgrund des Mangels an praktikablen Alternativen sehr schwierig, wie die Website 60 Millions de consommateurs berichtet. Nitritpökelsalze helfen, das Wachstum von pathogenen Bakterien wie Listeria, Salmonella oder Clostridia in den Fleischkonserven zu verhindern.

Die EU-Vorschriften empfehlen die Beimischung von maximal 150 mg Nitrit pro Kilogramm Wurstwaren. In Frankreich beschränkt sich der Berufsstand auf die Verwendung von 120 mg/Kilo und will diese Dosis in den kommenden Monaten weiter senken.

Auf dem Markt sind auch nitritfreie Lebensmittel erhältlich. Für deren Herstellung haben die Lebensmittelfirmen ihre Produktionsverfahren geändert. Wurstwarenhersteller verwenden Salz und Pfeffer als Konservierungsmittel, aber dieses Verfahren erfordert mehr Zeit für die Herstellung. Außerdem muß solches Fleisch schneller verzehrt werden. Dies bedeutet für den Verbraucher einen Mehrpreis von etwa 20 %.

Die derzeit einzige Möglichkeit, weniger Nitroverbindungen zu verzehren, besteht darin, den Konsum zu reduzieren und sich abwechslungsreicher zu ernähren.