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Nachrichten.fr · October 5, 2024

Raclette aus der Savoie: Eine köstliche Reise durch Geschichte und Tradition

Entstehung und Geschichte des Raclette.

Raclette, ein Gericht, das heute eng mit Gemütlichkeit und Geselligkeit verbunden ist, hat seinen Ursprung in der Alpenregion, insbesondere in der Schweiz und Frankreich, genauer gesagt im Departement Savoie in den französischen Alpen. Der Name “Raclette” leitet sich vom französischen Verb “racler” ab, was “schaben” oder “kratzen” bedeutet. Dies bezieht sich auf die traditionelle Art der Zubereitung: Der Käse wird erhitzt und die geschmolzene Schicht wird auf Kartoffeln und andere Beilagen abgekratzt.

Ursprung in den Alpen

Das Gericht wurde ursprünglich von den Hirten im 13. Jahrhundert in der Savoie erfunden, als sie während der kalten Wintermonate mit ihren Tieren in die Berge zogen. Die Hirten nahmen einfache Zutaten mit: Brot, Kartoffeln und Käse – oft der lokale Käse, der heute als Raclette-Käse bekannt ist. Am Lagerfeuer erhitzten sie den Käse und schabten den geschmolzenen Teil auf die Kartoffeln. Es war eine nahrhafte, wärmende Mahlzeit, die gleichzeitig leicht zuzubereiten war.

Die Entwicklung der Technologie führte zur Einführung moderner Raclette-Grills, die es ermöglichen, den Käse bequem am Tisch zu schmelzen. Diese Neuerung förderte die Verbreitung des Gerichts über die Alpenregion hinaus. Vor allem in den 1970er Jahren wurde Raclette in Frankreich, Deutschland und der Schweiz besonders populär, als Raclette-Grills für den Hausgebrauch in Mode kamen.

Raclette-Käse und seine Bedeutung in der Savoie

Der Raclette-Käse, der traditionell für dieses Gericht verwendet wird, stammt aus Rohmilch und wird in der Region Savoie hergestellt. Er ist ein halbfester Schnittkäse mit einem milden, buttrigen Geschmack, der beim Erhitzen perfekt schmilzt. Der Käse reift typischerweise zwei bis drei Monate, was ihm eine weiche, elastische Textur und einen aromatischen Geschmack verleiht.

In der Savoie werden auch andere Käsesorten wie Beaufort und Tomme de Savoie verwendet, die dem Raclette eine besondere regionale Note geben. Doch Raclette ist nicht nur wegen des Käses bekannt – es ist ein wahres Erlebnis, das oft mit Familie und Freunden geteilt wird. Es ist mehr als nur eine Mahlzeit; es ist ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem die Gemütlichkeit und das Beisammensein im Vordergrund stehen.

Die Traditionelle Zubereitung von Raclette

Während die ursprüngliche Methode darin bestand, einen halben Käseblock am offenen Feuer zu schmelzen, wird Raclette heutzutage oft mit einem speziellen Tischgrill zubereitet. Die Gäste erhitzen ihre Käseportionen selbst und gießen sie dann über die verschiedenen Beilagen.

Zu den klassischen Begleitern gehören:

  • Gekochte Kartoffeln: Festkochende Kartoffeln wie die Sorte Charlotte eignen sich besonders gut. Sie haben eine cremige Konsistenz, die gut mit dem geschmolzenen Käse harmoniert.
  • Essiggurken und Silberzwiebeln: Diese geben dem Gericht eine säuerliche Frische, die den reichen, schmelzenden Käse ausbalanciert.
  • Schinken und Wurstwaren: Gerauchter Schinken und Saucissons aus der Region sind beliebte Fleischbeilagen.
  • Frisches Brot: Ein knuspriges Baguette rundet die Mahlzeit ab.
  • Gemüse: Oft werden auch gegrillte Paprika, Zwiebeln oder Pilze angeboten, die man zusammen mit dem Käse genießen kann.

Ein Rezept für Raclette aus der Savoie

Hier ein klassisches Raclette-Rezept für ein geselliges Beisammensein:

Zutaten für 4 Personen:

  • 800 g Raclette-Käse (oder eine Mischung aus Raclette, Beaufort und Tomme de Savoie)
  • 1 kg kleine festkochende Kartoffeln (z. B. Charlotte)
  • Eine Auswahl an Schinken und geräucherter Wurst (Saucisson, Bündnerfleisch, Serrano-Schinken)
  • 200 g Cornichons (kleine Essiggurken) und Silberzwiebeln
  • Frisches Baguette oder Bauernbrot
  • Optional: gegrilltes Gemüse wie Paprika, Champignons, Zwiebeln oder Zucchini

Zubereitung:

  1. Kartoffeln vorbereiten: Die Kartoffeln gründlich waschen und in einem Topf mit Salzwasser garen, bis sie weich, aber noch bissfest sind (ca. 15–20 Minuten). Danach die Kartoffeln abgießen und warmhalten.
  2. Käse vorbereiten: Den Raclette-Käse in etwa 5 mm dicke Scheiben schneiden und in eine Schüssel legen. Falls Sie verschiedene Käsesorten verwenden, die Sorten aufteilen und gleichmäßig auf die Gäste verteilen.
  3. Tisch vorbereiten: Stellen Sie den Raclette-Grill in die Mitte des Tisches und stellen Sie die Beilagen wie Schinken, Wurst, Cornichons und Silberzwiebeln in kleinen Schälchen bereit. Die Gäste können sich so nach Belieben bedienen.
  4. Raclette genießen: Jeder Gast legt eine Scheibe Käse in seine Pfännchen und schiebt es unter den Grill, bis der Käse schön geschmolzen ist und Blasen wirft. In der Zwischenzeit können die Kartoffeln auf dem Teller angerichtet werden. Wenn der Käse geschmolzen ist, einfach über die Kartoffeln gießen und nach Geschmack mit den anderen Beilagen kombinieren.
  5. Servieren: Raclette wird typischerweise mit einem trockenen Weißwein aus der Region Savoie serviert, wie dem Apremont oder Chignin-Bergeron, die eine frische Säure haben und gut mit dem Käse harmonieren.

Fazit

Raclette aus der Savoie ist mehr als nur ein Gericht – es ist ein Erlebnis, das Gemütlichkeit und Geselligkeit vereint. Mit seinen Wurzeln in den Alpen und einer langen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht, hat Raclette einen festen Platz in der französischen und schweizerischen Küche gefunden. Es ist ein perfektes Wintergericht, das sich ideal für gemütliche Abende mit Freunden und Familie eignet.

Die Einfachheit der Zutaten – Käse, Kartoffeln und Beilagen – wird durch die Vielfalt der Aromen und die Wärme des gemeinsamen Essens zu einem wahren Genuss.