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Nachrichten.fr · January 9, 2025

Was könnte Jeanne d’Arc gegessen haben?

Ein Blick auf ein typisches Fischgericht des Mittelalters

Jeanne d’Arc, die “Jungfrau von Orléans”, lebte im Frankreich des 15. Jahrhunderts, einer Zeit voller einfacher, bäuerlicher Küche, die sich stark auf regionale und saisonale Zutaten stützte. Als Tochter eines Landwirts aus dem lothringischen Dorf Domrémy war ihre Ernährung wohl typisch für die ländliche Bevölkerung: bodenständig und schlicht. Doch während des Mittelalters gab es auch festliche Gerichte, die selbst in bescheidenen Haushalten zu besonderen Anlässen serviert wurden. Ein solches Gericht war Fisch, vor allem an religiösen Fastentagen, die oft den Verzehr von Fleisch untersagten.

Fisch im Mittelalter

Fisch war eine der wichtigsten Proteinquellen im mittelalterlichen Europa. Besonders in der Nähe von Flüssen oder Seen war Süßwasserfisch wie Karpfen, Hecht oder Forelle verbreitet. An Küstenregionen fand auch gesalzener oder getrockneter Kabeljau (Stockfisch) Verwendung. Fisch wurde oft gekocht, gebacken oder mit Kräutern und Essig mariniert, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Gewürze wie Safran, Pfeffer und Ingwer fanden bei wohlhabenderen Familien Verwendung, waren jedoch für die bäuerliche Küche oft zu teuer.

Ein typisches mittelalterliches Fischgericht könnte eine Forelle in Mandel-Safran-Sauce gewesen sein, ein Gericht, das einfache Zutaten mit festlichem Geschmack kombiniert.


Ein Rezept für Forelle in Mandel-Safran-Sauce

Nachgestellt auf Basis mittelalterlicher Kochbücher wie dem “Le Viandier de Taillevent”.

Zutaten (für 2 Personen):

  • 2 frische Forellen (ausgenommen, geschuppt)
  • 500 ml Fischbrühe (oder Wasser mit etwas Salz)
  • 50 g Mandeln (gemahlen)
  • 1 EL Essig (z. B. Weißweinessig)
  • 1 Prise Safran
  • 1 TL Honig
  • 1 TL gemahlener Ingwer
  • Salz nach Geschmack
  • Brot (zum Servieren)

Zubereitung:

  1. Fisch garen:
    Die Forellen in einen großen Topf legen und mit der Fischbrühe übergießen. Leicht salzen und auf mittlerer Hitze etwa 10 Minuten garen, bis der Fisch durch ist. Herausnehmen und warm halten.
  2. Sauce zubereiten:
    • Die Fischbrühe durch ein Sieb abseihen und etwa 300 ml zurückbehalten.
    • Die gemahlenen Mandeln in die Brühe einrühren und bei mittlerer Hitze unter Rühren köcheln lassen, bis die Mischung leicht eindickt.
    • Safran in etwas warmem Wasser einweichen und zur Sauce geben.
    • Essig, Honig und Ingwer hinzufügen und mit Salz abschmecken.
  3. Anrichten:
    Die Forellen auf einer Platte anrichten und mit der Mandel-Safran-Sauce übergießen. Mit frischem Brot servieren.

Kulinarische Anmerkungen

Dieses Gericht spiegelt die mittelalterliche Vorliebe für süß-saure Aromen wider, die durch die Kombination von Honig, Essig und Gewürzen erreicht wird. Der Safran verleiht der Sauce eine goldgelbe Farbe und einen Hauch von Luxus – ein seltener Genuss für die meisten Menschen des Mittelalters.


Historischer Kontext

Während Jeanne d’Arc wohl nicht täglich solch aufwendige Gerichte genossen hätte, könnte ein Gericht wie dieses zu besonderen Anlässen oder an einem Festtag aufgetischt worden sein. Die Forelle, ein Fisch, der in Flüssen wie der Maas oder der Mosel gefangen wurde, war leicht verfügbar, und Mandeln sowie Safran könnten in kleinen Mengen als Handelswaren aus südlicheren Regionen nach Frankreich gelangt sein.

Obwohl es schwierig ist, mit Sicherheit zu sagen, ob Jeanne d’Arc selbst jemals ein Gericht wie dieses probierte, gibt uns die mittelalterliche Küche einen faszinierenden Einblick in die Esskultur ihrer Zeit.

Bon appétit, oder wie Jeanne es gesagt hätte: “Bon appétit, mes amis!” 🐟