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Nachrichten.fr · December 3, 2022

Weihnachten 2022: Wie steigende Preise die Feiertage in diesem Jahr beeinflussen

Zwei Jahre lang beeinflusste Covid-19 die Weihnachtsfeiertage. Dieses Jahr ist es die Inflation, die mit am Tisch sitzt. Die Verbraucherpreise sind um fast 6% gestiegen und der Verkauf von Speisen, die üblicherweise an den Weihnachtsfeiertagen auf den Tischen der Franzosen stehen – wie Schokolade oder Foie Gras – ist im Vergleich zu 2021 deutlich rückläufig.

Auf dem langen, perfekt gedeckten Tisch stehen Toasts mit Räucherlachs oder Gänseleber, ein mit dampfenden Kastanien gefüllter Kapaun, Austern vielleicht oder Jakobsmuscheln, eine oder zwei Flaschen Champagner, dann eine Käseplatte und zum Nachtisch die traditionelle “bûche pâtissière”. Ein üppiges Mahl, das die Familie gemeinsam genießt, während im Hintergrund ein stolzer und schöner Tannenbaum steht, der mit tausend Lichtern funkelt. Zu seinen Füßen liegen Dutzende von Geschenken, die nur darauf warten, ausgepackt zu werden. Dieses schöne Bild vom traditionellen Weihnachtsabend wird dieses Jahr in Frankreich mehr denn je nur einer kleinen Gruppe von Privilegierten vorbehalten sein.

Angesichts der galoppierenden Inflation sehen sich die Franzosen gezwungen, ihre Ansprüche nach unten zu korrigieren. Die Verbraucherpreise sind seit Januar um etwa 6% gestiegen und natürlich bleiben auch die traditionellen Gerichte, die an Weihnachten und Silvester serviert werden, nicht von diesem Trend verschont. Weit davon entfernt. Für einen 100-Gramm-Block Foie Gras müssen die Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr im Durchschnitt zwischen 1,25 Euro und 2 Euro mehr bezahlen. Hauptgrund sind neben der Vogelgrippe die gestiegenen Energiekosten und die höheren Kosten für Tierfutter.

Dasselbe gilt für Meeresfrüchte – steigende Kosten (Energie, Material, Transport…) -, ebenso wie für Champagner – Glas, Korken, Energie und Löhne sind gestiegen -, oder für Geflügel – die Preise sind wegen der Vogelgrippe um 20% gestiegen -, aber auch für Weihnachtsstollen – Bäcker und Konditoren müssen mit steigenden Rohstoff- und Strompreisen kämpfen. Räucherlachs – der im Sommer seinen preislichen Höchststand erreicht hatte – ist dagegen wieder auf einen fast “üblichen” Preis zurückgekehrt: Trotzdem müssen Verbraucher mit 10 bis 25 Cent mehr pro Scheibe rechnen.

Und die Inflation schlägt weiter zu. Sie wird auch den berühmten Weihnachtsbaum nicht verschonen. Sein Preis wird um 5 bis 20% steigen. Zu den explodierenden Transport- und Verpackungskosten kommt noch die Trockenheit der Böden hinzu, die zusammen mit der heißen Sonne dieses Sommers einen giftigen Cocktail für das Überleben grünen Nadelbäume gemischt hat.

Die Preisanstiege sollen – wenn es nach dem Willen vieler französischer Familien geht – dem Weihnachtszauber jedoch keinen Abbruch tun. Die Franzosen werden im Durchschnitt 568 Euro für die Feiertage ausgeben, so eine neue Studie für Cofidisen. Dieses Budget variiert je nach Alter um das Doppelte: von 420 € bei den 25- bis 34-Jährigen bis zu 725 € bei den 65-Jährigen und Älteren. Der größte Ausgabenposten: Geschenke mit 354 € für durchschnittlich 7 Geschenke pro Franzose.

Laut einer Studie von NielsenIQ sind 11% der Franzosen bereit, ihr Weihnachts-Budget in diesem Jahr zu erhöhen, aber jeder Vierte gibt an, dass er gezwungen ist, sein Budget zu kürzen. Da die große Mehrheit mit einem weiteren Preisanstieg bis zu den Feiertagen rechnet, haben 22% bereits sehe früh mit dem Einkaufen begonnen und 38% warten auf Sonderangebote, um die Kosten zu begrenzen. Viele ziehen sich gar auf Second Hand zurück.

Bereits Mitte November machten sich die Auswirkungen in den Regalen des Handels bemerkbar. So ging der Verkauf von Foie Gras in der Woche vom 7. bis 13. November im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 23,5% zurück und der Verkauf von Schokolade um 21%. Bei Champagner ist die Lage ähnlich: Die Verkäufe sind um 13% zurückgegangen.