Paris – 16.06.2026: Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hat heute angekündigt, dass die französische Regierung die Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Unternehmen Palantir beenden wird. Diese Entscheidung erfolgt im Rahmen einer umfassenden Strategie zur Stärkung der digitalen Souveränität des Landes. Gleichzeitig wird ein Investitionspaket von 655 Millionen Euro in die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) bereitgestellt.
Die Entscheidung, die Zusammenarbeit mit Palantir zu beenden, wurde von Lecornu in einer Videobotschaft bekannt gegeben. Er betonte, dass Frankreich keine neuen strategischen Abhängigkeiten im digitalen Bereich akzeptieren könne. Zudem wurde bekannt, dass die Direction Générale de la Sécurité Intérieure (DGSI), die französische Inlandsgeheimdienstbehörde, ihren Vertrag mit Palantir kündigt und künftig mit dem französischen Unternehmen ChapsVision zusammenarbeiten wird.
Im Rahmen des Programms "France 2030" werden die 655 Millionen Euro in die KI-Infrastruktur des Landes investiert. Diese Mittel sollen die Rechenkapazitäten, die Forschung sowie Unternehmen und industrielle Sektoren im Bereich der Künstlichen Intelligenz unterstützen. Ziel ist es, die digitale Souveränität Frankreichs zu stärken und die Unabhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern zu erhöhen.
Ein weiterer Schritt in dieser Strategie ist die Einführung eines KI-gestützten Assistenten für die rund eine Million Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Dieser digitale Assistent, entwickelt in Zusammenarbeit mit der französischen KI-Firma Mistral AI, soll den Beamten bei ihren täglichen Aufgaben unterstützen und die Effizienz der öffentlichen Verwaltung steigern. Die Einführung dieses Tools erfolgt nach erfolgreichen Tests mit 10.000 Beamten in verschiedenen Ministerien.
Diese Maßnahmen spiegeln Frankreichs Bestreben wider, eine führende Rolle im Bereich der Künstlichen Intelligenz einzunehmen und die digitale Unabhängigkeit des Landes zu sichern. Durch die Förderung heimischer Unternehmen und die Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischen Technologieanbietern soll die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft gestärkt werden.
Die Entscheidung, die Partnerschaft mit Palantir zu beenden, steht im Kontext wachsender Bedenken hinsichtlich der Abhängigkeit von US-amerikanischen Technologieunternehmen. In den letzten Jahren haben mehrere europäische Länder ähnliche Schritte unternommen, um ihre digitale Souveränität zu erhöhen und die Kontrolle über ihre Daten und Technologien zu behalten.
Die angekündigten Investitionen und strategischen Entscheidungen werden voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf die französische Technologiebranche haben und könnten als Modell für andere europäische Länder dienen, die ihre digitale Unabhängigkeit stärken möchten.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen wird in den kommenden Monaten und Jahren genau beobachtet werden, um ihren Erfolg und ihre Auswirkungen auf die digitale Landschaft Frankreichs zu bewerten.
Quellen
- Le gouvernement rompt avec Palantir, investit 655 millions d’euros et généralise son «Assistant»
- IA : la France débloque 655 millions d’euros supplémentaires et met fin à la dépendance de la DGSI à Palantir
- French spies drop AI giant Palantir over US overreliance fears
- Souveraineté numérique : la France largue Palantir, injecte 655 millions d'euros dans l'IA et déploie Mistral dans toute l'administration
- Lecornu annonce de nouveaux investissements massifs pour développer l’IA