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Nachrichten.fr · May 13, 2026

Frankreich bringt den Tankrabatt zurück – diesmal nur für Vielfahrer mit kleinem Einkommen

Die französische Regierung startet einen neuen Anlauf zur Entlastung steigender Mobilitätskosten. Seit diesem Mittwoch, dem 13. Mai 2026, können Bürger auf dem Steuerportal prüfen, ob sie Anspruch auf die neue „Aide carburant“ haben – eine pauschale Unterstützung von 50 Euro für Berufstätige, die besonders stark auf das Auto angewiesen sind. Der eigentliche Antrag kann allerdings erst ab dem 27. Mai gestellt werden.

Anders als frühere, breit angelegte Tankrabatte setzt Paris diesmal auf ein gezielteres Modell. Profitieren sollen vor allem Arbeitnehmer mit niedrigen Einkommen in ländlichen oder stadtnahen Randgebieten, wo der öffentliche Nahverkehr oft unzureichend ausgebaut ist. Die Regierung reagiert damit auf einen politischen Dauerbrenner in Frankreich: die hohe Abhängigkeit vieler Haushalte vom Auto – insbesondere außerhalb der großen Metropolen.

Die Voraussetzungen für die Hilfe sind klar definiert. Anspruch haben Personen mit einem steuerlichen Referenzeinkommen von maximal 16.880 Euro pro Anteil („part fiscale“). Zudem muss entweder der Arbeitsweg mindestens 15 Kilometer pro Strecke betragen oder das Fahrzeug beruflich für mehr als 8 000 Kilometer pro Jahr genutzt werden. Die Regelung gilt für Fahrzeuge mit Verbrennungs- oder Hybridmotoren ohne externe Ladefunktion sowie für zwei-, drei- und vierrädrige Fahrzeuge.

Die Auszahlung soll nach Angaben der Behörden etwa zehn Tage nach erfolgreicher Prüfung des Antrags erfolgen. Über ein neues Online-Tool auf dem staatlichen Portal können Interessierte bereits vorab ihre Berechtigung simulieren. Die Regierung versucht damit, die bürokratischen Hürden möglichst gering zu halten – ein sensibles Thema in Frankreich, wo staatliche Unterstützungsprogramme häufig wegen komplizierter Verfahren kritisiert werden.

Politisch ist die Maßnahme auch eine Reaktion auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Die Protestbewegung der „Gilets jaunes“ war 2018 ursprünglich durch steigende Kraftstoffpreise ausgelöst worden. Seitdem gilt die Frage der Mobilitätskosten als sozialpolitisch hoch brisant. Präsident Emmanuel Macron hatte wiederholt betont, dass ökologische Transformationen sozial akzeptabel bleiben müssten.

Mit dem neuen Zuschuss versucht die Regierung daher einen Balanceakt: Einerseits soll die Belastung einkommensschwacher Pendler abgefedert werden, andererseits will Paris keine allgemeinen Subventionen mehr finanzieren, die auch wohlhabendere Haushalte entlasten würden. Die gezielte Ausrichtung der Hilfe passt damit zur aktuellen französischen Haushaltspolitik, die angesichts hoher Staatsverschuldung auf stärker begrenzte Sozialmaßnahmen setzt.

Autor: P. Tiko