Paris – 20.06.2026: Frankreich hat in den letzten Jahren verschiedene Programme ins Leben gerufen, um handwerkliche Fähigkeiten in Schulen zu fördern und Schülern alternative Lernmethoden anzubieten. Ein herausragendes Beispiel ist das 2016 gestartete Programm "Manufacto" der Fondation d'entreprise Hermès. Dieses Programm ermöglicht es Schülern, unter Anleitung von Fachleuten handwerkliche Techniken zu erlernen und eigene Objekte zu schaffen. Im Schuljahr 2025-2026 nahmen über 2.300 Schüler an "Manufacto" teil, das in 19 Akademien Frankreichs durchgeführt wurde.
Ein weiteres bedeutendes Projekt ist die Einführung des "Brevet national des métiers d'art" (BNMA), eines neuen nationalen Diploms auf Niveau 4, das die Anerkennung von Ausbildungsberufen im Kunsthandwerk stärken soll. Dieses Diplom, das ab der dritten Klasse erworben werden kann, ersetzt schrittweise das bisherige "Brevet des métiers d'art" und erleichtert den Zugang zum Arbeitsmarkt oder zu weiterführenden Studien.
Zusätzlich wurden Anpassungen in der beruflichen Oberschule vorgenommen, um die Erfolgschancen der Schüler zu erhöhen. Ab dem Schuljahr 2026-2027 werden die schriftlichen Prüfungen des beruflichen Baccalauréat auf Mitte Juni verlegt, um den Schülern mehr Zeit für die Vorbereitung zu geben. Zudem wird eine zweiwöchige Phase für personalisierte Unterstützung vor der Einschreibung in "Parcoursup" eingeführt, um den Übergang in die Berufswelt oder weiterführende Studien zu erleichtern.
Diese Initiativen zielen darauf ab, Schülern praktische Fähigkeiten zu vermitteln und ihre beruflichen Perspektiven zu erweitern. Durch die Kombination von theoretischem Wissen und praktischer Anwendung sollen Schüler besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet werden.
Die französische Regierung betont die Bedeutung der handwerklichen Ausbildung und setzt sich für eine stärkere Integration praktischer Lernmethoden in den Schulalltag ein. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Interesse der Schüler an handwerklichen Berufen zu wecken und die Wertschätzung für traditionelle Fertigkeiten zu fördern.
Durch die kontinuierliche Förderung handwerklicher Fähigkeiten in Schulen strebt Frankreich an, eine ausgewogene Bildung zu bieten, die sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fertigkeiten umfasst. Dies soll den Schülern helfen, ihre Talente zu entdecken und erfolgreich in verschiedenen Berufsfeldern tätig zu werden.
Die Umsetzung dieser Programme erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Handwerkskammern und Fachleuten, um sicherzustellen, dass die Ausbildungsinhalte den aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen. Zudem werden regelmäßige Evaluierungen durchgeführt, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
Insgesamt zeigt Frankreich mit diesen Initiativen ein starkes Engagement für die Förderung handwerklicher Berufe und die Integration praktischer Lernmethoden in die schulische Ausbildung. Dies könnte als Modell für andere Länder dienen, die ähnliche Herausforderungen im Bildungsbereich bewältigen möchten.
Quellen
- Fondation d'entreprise Hermès
- Ministère de l'Éducation nationale
- CCCA-BTP