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NEWSDESK · 14.07.2026

Gefälschtes Video erfindet Hisbollah-Drohung gegen Frankreich zum Nationalfeiertag

Paris – 14.07.2026: Ein in sozialen Netzwerken verbreitetes Video, das eine Anschlagsdrohung der libanesischen Hisbollah gegen Frankreich zum Nationalfeiertag behauptet, ist nach übereinstimmenden Prüfungen nicht glaubwürdig. Die wenige Tage vor dem 14. Juli verbreitete Aufnahme zeigt drei vermummte Männer in Tarnkleidung. In Begleittexten wird ihnen zugeschrieben, einen Angriff während der Militärparade in Paris anzukündigen.

Die Männer selbst nennen in dem Video jedoch keine Organisation, für die sie sprechen. Lediglich ein Abzeichen erinnert an das Emblem der Hisbollah. Die Zuordnung zu der libanesischen Bewegung stammt damit vor allem aus den Veröffentlichungen und Kommentaren in sozialen Netzwerken. Eine unabhängige Bestätigung einer Drohung oder einer offiziellen Urheberschaft der Hisbollah liegt nicht vor.

Mehrere Merkmale sprechen gegen die Echtheit der Inszenierung. Eine arabischsprachige Journalistin bewertete die Sprache des zentralen Sprechers gegenüber AFP als auffallend fehlerhaft; auch der Akzent passe nicht zum Libanon. Zudem erinnert der Aufbau mit maskierten Männern, Messern und der Zerstörung eines Symbols an frühere, nachweislich manipulativ verbreitete Kurzvideos.

Ein auf Hisbollah spezialisierter Experte sagte AFP, die Darstellung übernehme vielmehr Bildsprache, die für die Propaganda der Terrormiliz Islamischer Staat bekannt sei. Die Hisbollah arbeite nach seiner Einschätzung nicht mit derart groben, öffentlich über soziale Netzwerke verbreiteten Vorankündigungen. Für offizielle Botschaften verfüge die Organisation über eigene Kommunikationskanäle.

Französische Behörden sehen Parallelen zu früheren Desinformationsoperationen, die dem als Storm-1516 bezeichneten pro-russischen Netzwerk zugerechnet werden. Dieses Vorgehen zielt darauf, mit erfundenen oder manipulierten Inhalten Unsicherheit zu erzeugen und gesellschaftliche Spannungen in Staaten zu verstärken, die die Ukraine unterstützen. Das Verteidigungsministerium hatte Storm-1516 bereits als Akteur wiederkehrender Einflusskampagnen gegen Frankreich beschrieben.

Schon im Juli 2024 kursierte ein ähnliches Video, in dem angebliche Hamas-Anhänger die Olympischen Spiele in Paris bedrohten. Weitere Aufnahmen aus den Jahren 2025 und 2026 folgten demselben Muster: vermummte Personen, dramatische Gewaltbilder, eine behauptete islamistische Urheberschaft und gezielte Drohungen gegen französische Symbole. Behörden und Faktenprüfer bewerteten diese Inhalte als Teil koordinierter Manipulation.

Die aktuelle Falschbehauptung verbindet die Angst vor Terrorismus bewusst mit dem Nationalfeiertag am 14. Juli. Nutzerinnen und Nutzer sollten bei solchen Videos insbesondere auf die ursprüngliche Quelle, überprüfbare offizielle Stellungnahmen und unabhängige Bestätigungen achten. Das bloße Teilen von Aufnahmen durch mehrere Konten ist kein Nachweis für deren Authentizität, sondern kann Teil ihrer gezielten Verbreitung sein.

Quellen

  • AFP Factuel
  • Französisches Verteidigungsministerium
  • SGDSN/Viginum