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Nachrichten.fr · March 31, 2025

Geiseln der Willkür: Das Leid von Cécile Kohler und Jacques Paris in iranischer Haft

Seit über tausend Tagen sitzen Cécile Kohler und Jacques Paris in einem iranischen Gefängnis – wegen angeblicher Spionage. Doch was sie tatsächlich getan haben: Urlaub gemacht.

Es klingt wie ein schlechter Krimi, ist aber bittere Realität. Im Mai 2022 wurden die französische Lehrerin aus dem Elsass und ihr Partner während einer Iranreise festgenommen. Der Vorwurf: Spionage. Seither sind sie inhaftiert – unter Bedingungen, die laut dem französischen Außenministerium Folter gleichkommen.

Isolation, Geständnisse und kein Prozess

Die beiden befinden sich in der berüchtigten Sektion 209 des Evin-Gefängnisses in Teheran – ein Ort, der nicht nur in Menschenrechtskreisen als finsteres Symbol für Repression und Geheimdienstwillkür gilt. Cécile Kohler wurde laut ihrer Schwester monatelang in einer fensterlosen 8-Quadratmeter-Zelle eingesperrt, überwacht rund um die Uhr. Drei Mal pro Woche darf sie diese Zelle für kurze Zeit verlassen.

Auch Jacques Paris ergeht es nicht besser. Beide wurden zunächst in völliger Isolation gehalten, dann zu erzwungenen Geständnissen gedrängt, die das iranische Staatsfernsehen anschließend ausstrahlte – eine Praxis, die international regelmäßig für Empörung sorgt.

Symbolische Unterstützung – aber keine Lösung in Sicht

Am 25. März diesen Jahres setzte das französische Parlament ein deutliches Zeichen: Vor dem Gebäude der Nationalversammlung in Paris wurden erstmals überhaupt die Porträts von inhaftierten französischen Staatsbürgern aufgehängt. Ein sichtbares Bekenntnis der Politik – und eine Geste, die den Angehörigen Trost spenden soll.

Yaël Braun-Pivet, Präsidentin der Nationalversammlung, sagte bei dem Anlass: „Die Versammlung muss an der Seite der Leidenden stehen – an der Seite der Kinder der Republik.“

Starke Worte. Doch reichen sie?

Macron verspricht Hilfe – aber der Weg bleibt ungewiss

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerte sich mehrfach öffentlich zu dem Fall. „Unsere Mobilisierung wird nicht nachlassen“, betonte er auf der Plattform X (ehemals Twitter), nachdem kürzlich ein anderer französischer Staatsbürger – Olivier Grondeau – nach 29 Monaten Haft freigelassen worden war. Auch das Außenministerium bekräftigte, man werde „nicht lockerlassen“ und halte an einer „klaren und entschlossenen Linie gegenüber dem Iran“ fest.

Doch wie viel Einfluss hat Frankreich tatsächlich in diesem geopolitischen Minenfeld?

Politische Geiseln in einem undurchsichtigen Spiel

Beobachter sind sich einig: Fälle wie jener von Kohler und Paris haben mit klassischen rechtlichen Verfahren wenig zu tun. Vielmehr gelten sie als politische Faustpfänder – Druckmittel, mit denen Teheran auf internationale Entwicklungen reagiert oder Zugeständnisse erzwingen will.

Der Fall reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Schicksale westlicher Staatsbürger, die im Iran unter fragwürdigen Vorwürfen verhaftet wurden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren diese Praxis seit Jahren als staatlich sanktionierten Geiselhandel.

Die Familien kämpfen – mit Mut und Verzweiflung

Für die Angehörigen der beiden ist jeder Tag ein Drahtseilakt zwischen Hoffnung und Frustration. Die Ungewissheit über Gesundheit und Zukunft, das Schweigen der iranischen Justiz – all das zehrt an den Nerven.

„Sie ist sehr stark, aber sie wird gebrochen“, sagte Noémie Kohler, die Schwester von Cécile, in einem bewegenden Interview mit dem französischen Fernsehen.

Die Ermittlungen im Iran sind offiziell abgeschlossen – doch ein Prozess ist noch nicht terminiert. Und während sich die Welt weiterdreht, ticken für zwei Unschuldige die Uhren im Gefängnis anders.

Wie lange noch?

Von C. Hatty