Kiew – 02.07.2026: In der Nacht zum Dienstag und am frühen Morgen ist die ukrainische Hauptstadt von einer massiven Welle russischer Raketen- und Drohnenangriffe getroffen worden. Nach Angaben der Stadtverwaltung kamen mindestens 17 Zivilpersonen ums Leben; Dutzende weitere wurden verletzt. Einsatzkräfte durchsuchten schwer beschädigte Wohnhäuser nach Verschütteten, während über mehreren Stadtteilen dichte Rauchwolken aufstiegen. Die Behörden warnten, die Opferzahl könne steigen, da Bergungsarbeiten andauern.
Bürgermeister Vitali Klitschko sprach von der schwersten Attacke auf Kiew seit Beginn der russischen Invasion. Zu den betroffenen Arealen zählten dicht bewohnte Viertel, in denen Trümmerteile und Druckwellen Fassaden wegrissen, Fensterfronten zerstörten und Fahrzeuge in Brand setzten. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner verbrachten die Nacht in U-Bahnhöfen und Schutzräumen. Städtische Versorger meldeten Schäden an Leitungen und Umspannwerken; Teile der öffentlichen Infrastruktur mussten vorübergehend abgeschaltet werden, um Brände zu verhindern.
Präsident Wolodymyr Selenskyj brach einen Besuch in Dublin vorzeitig ab und kehrte nach Kiew zurück. Er forderte die Partner der Ukraine auf, die Lieferung moderner Luftabwehrsysteme zu beschleunigen und Verbrauchsmaterial für die Abwehr – darunter Flugkörper für bodengebundene Systeme – rasch bereitzustellen. Außenminister Andrij Sybiha und weitere Regierungsvertreter erneuerten am Donnerstag den Appell an die Verbündeten, um Schutz für Ballungsräume und kritische Infrastruktur zu stärken.
Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, ein großer Teil der anfliegenden Ziele sei abgefangen worden. Dennoch schlugen mehrere Sprengkörper in Wohngebiete ein. Offizielle Angaben zu Typen und Flugrouten der eingesetzten Waffen blieben zunächst begrenzt; örtliche Behörden berichteten von kombinierten Angriffen mit Marschflugkörpern und unbemannten Fluggeräten. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Schläge seien eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf russische Infrastruktureinrichtungen. Unabhängige Bestätigungen dieser Darstellung lagen nicht vor.
Krankenhäuser in Kiew nahmen zahlreiche Verletzte mit Schnitt- und Explosionsverletzungen auf; Notunterkünfte wurden für Evakuierte geöffnet. Internationale Medien berichteten übereinstimmend von stundenlangen Explosionen und weitreichenden Schäden. Diplomatische Reaktionen zeichneten sich zunächst in Form von Solidaritätsbekundungen und erneuten Debatten über Luftverteidigungshilfen ab. Konkrete Entscheidungen einzelner Staaten waren unmittelbar nach dem Angriff noch nicht bekannt.
Die neuerliche Angriffswelle unterstreicht die anhaltende Verwundbarkeit urbaner Zentren in der Ukraine. Für die Stadt bedeutet dies kurzfristig umfangreiche Räum- und Sicherungsarbeiten, mittelfristig Reparaturen an Strom- und Wärmenetzen sowie die Unterstützung für Betroffene, die ihr Zuhause verloren haben. Die Sicherheitslage blieb auch am Vormittag angespannt; die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Luftalarm ernst zu nehmen und offizielle Hinweise zu beachten.
Quellen
- Associated Press
- Tagesschau
- CBS News
- Al Jazeera
- Franceinfo