Canet-en-Roussillon – 04.07.2026: Ein am 2. Juli ausgebrochenes Feuer hat an der Küste der Pyrénées-Orientales binnen Stunden weite Flächen erfasst und in Canet-en-Roussillon sowie im Nachbarort Sainte-Marie-la-Mer schwere Schäden angerichtet. Betroffen sind mehrere Campingplätze und Teile des Pôle nautique; Einsatzkräfte meldeten brennende Vegetation auf Hunderttausenden Quadratmetern. Der Wind trieb die Flammen zeitweise in Richtung Küstenbereiche, wo sich viele Urlauber aufhielten.
Nach Angaben der Präfektur wurden etwa 3.000 Menschen vorsorglich aus Campingzonen, Wohnbereichen und angrenzenden Gewerbearealen evakuiert. Rettungsdienste versorgten mehrere leicht verletzte Personen, überwiegend wegen Rauchgasreizungen; sechs Zivilpersonen und mehrere Feuerwehrleute wurden medizinisch betreut. Viele Urlauber mussten ihre Unterkünfte überstürzt verlassen und wurden in Notunterkünften der Kommune sowie in Sport- und Veranstaltungshallen aufgenommen. Freiwillige und Hilfsorganisationen verteilten Wasser, Decken und Hygieneartikel.
Besonders schwer traf es den Fünf-Sterne-Campingplatz Le Brasilia. Behörden beziffern die Zerstörung dort auf Hunderte Einheiten; nach ersten Erhebungen gelten 281 Bungalows als vollständig verloren. Betreiber und örtliche Beschäftigte sprechen von massiven Einbußen für die laufende Saison. Auch angrenzende Mobilheimplätze meldeten beschädigte Parzellen, verschmorte Infrastruktur und zerstörte Versorgungsleitungen. Viele Familien stehen vor der Frage, wie die gebuchten Aufenthalte fortgesetzt oder erstattet werden können.
Das Feuer erreichte zudem den Industrie- und Bootsbaubereich am Pôle nautique. Das Werftareal der Catana Group meldete zwei zerstörte Gebäude, darunter Produktionslinien. Nach Einschätzung der Einsatzleitung konnte ein Übergreifen auf größere Industrieanlagen verhindert werden. Ermittlerinnen und Ermittler der Gendarmerie prüfen die Ausbreitungswege und mögliche Ursachen; derzeit liegen keine gesicherten Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung vor.
Mehrere Hundertschaften der Feuerwehr aus den Pyrénées-Orientales und benachbarten Départements waren im Dauereinsatz, unterstützt von Löschflugzeugen und Hubschraubern. Am Morgen des 3. Juli stuften die Behörden den Brand als weitgehend „gefestigt“ ein. Dennoch dauern Nachlöscharbeiten und Brandwachen an, da Glutnester in der trockenen Vegetation erneut aufflammen könnten. Für die betroffene Zone bleiben Zugänge vorerst beschränkt, um die Sicherheit zu gewährleisten und Schadensaufnahmen zu ermöglichen.
Politische Vertreter sicherten Unterstützung zu; die Präfektur koordiniert gemeinsam mit den Kommunen Unterbringung, Aufräumarbeiten und erste Hilfszahlungen. Tourismusbetriebe beraten zu Umbuchungen, und Versicherungsteams begutachten Schäden. Für Betroffene hat die Verwaltung Anlaufstellen eingerichtet, um Verluste zu melden und Soforthilfen zu beantragen. Parallel erinnern Behörden an Vorsichtsregeln: offenes Feuer vermeiden, Zufahrten für Rettungskräfte freihalten und Rauchentwicklungen umgehend melden.
Quellen
- franceinfo
- Le Parisien
- La Dépêche
- TF1 Info
- Préfecture des Pyrénées-Orientales