Girona – 04.07.2026: Ein seit dem Morgen des 3. Juli andauernder Waldbrand im Gebiet von La Bisbal d’Empordà (Provinz Girona) hat sich rasch ausgedehnt und eine weithin sichtbare Rauchfahne bis in die Umgebung von Perpignan getrieben. Der starke Nordwind Tramuntana erschwerte die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich und fachte immer wieder Glutnester an. Das Feuer griff auf Teile des geschützten Mittelgebirges Les Gavarres über, in dem dicht bewaldete Hänge und schwer zugängliche Schluchten die Brandbekämpfung zusätzlich komplizieren.
Nach Angaben regionaler Medien und der Feuerwehr der Generalitat verbrannten im Verlauf des Freitags und der Nacht zum Samstag bereits große Flächen Vegetation. Die Bandbreite der Schätzungen schwankt, weil der Brand mehrere Fronten und Sekundärherde bildete. Die Behörden ordneten abschnittsweise Evakuierungen an und baten Anwohner in besonders betroffenen Orten, in Gebäuden zu bleiben und Fenster geschlossen zu halten, um sich vor Rauch und Funkenflug zu schützen. Mehrere Straßen wurden zeitweise gesperrt, damit Löschfahrzeuge und Tankzüge ungehindert passieren konnten.
An der Küste erreichten die Flammen eine Urbanisation bei Calonge i Sant Antoni. Dort gerieten nach übereinstimmenden Berichten einzelne Häuser in Brand; weitere Gebäude, Gärten und geparkte Fahrzeuge wurden beschädigt. Offiziell bestätigte Todesopfer sind bislang nicht bekannt. Rettungsdienste meldeten jedoch vereinzelt Rauchvergiftungen und betreuten Evakuierte in provisorischen Unterkünften. Besonders der nahe Küstenstreifen mit Campingplätzen und Ferienanlagen wurde vorsorglich überwacht, weil der Wind Glut über größere Distanzen tragen konnte.
Die katalanische Regierung aktivierte wegen der hohen Waldbrandgefahr den Plan Alfa in mehreren Gemeinden. Hunderte Einsatzkräfte der Feuerwehr, Forstbrigaden und Zivilschutzdienste wurden mobilisiert, unterstützt von Löschflugzeugen und Hubschraubern, die Wasser aus nahe gelegenen Stauseen und vom Meer aufnahmen. Meteorologische Dienste warnten, dass die Kombination aus Trockenheit, Hitze und Böen neue Ausbrüche begünstigen kann. Die Bevölkerung wird daher gebeten, Anweisungen der Behörden strikt zu befolgen und Zufahrtswege zu Brandgebieten freizuhalten.
Zur Brandursache machten die Ermittler zunächst keine abschließenden Angaben. In ersten Meldungen ist von technischer Fahrlässigkeit bis zu natürlichen Auslösern die Rede; gesicherte Befunde werden nach Auswertung von Zeugenaussagen und Brandspuren erwartet. Die Lage blieb am Samstag dynamisch: Einsatzpläne, Sperrungen und Evakuierungsanordnungen konnten sich kurzfristig ändern. Informationen veröffentlichten die Einsatzkräfte fortlaufend über ihre offiziellen Kanäle sowie kommunale Warnsysteme.
Quellen
- El País
- Le Parisien
- Cadena SER
- IB3
- TF1 Info
- franceinfo